Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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einen milden, etwas müden Ausdruck und erinnert in manchen Zügen
an Antoninus Pius, besonders an den Kopf in Olympia (Ausgrabungen
zu Olympia III, Taf. 20, 5).

21. Portraitkopf eines Knaben.

Weisser Marmor. Höhe 0*31, Breite 025, Gesichtslänge 0*19.
Inv. Nr. 147. Vgl. Fig. 10.

Fig. 10. Portraitkopf eines Knaben.

Der Hals ist dicht unter dem Kinn abgeschnitten, in der Bruch-
fläche ein Eisendübel. Die Nase fehlt, die zur Aufnahme einer Er-
gänzung platt gearbeitete Bruchfläche trägt ein Dübelloch. Mit Ausnahme
unbedeutender Verletzungen ist die besonders im Haare vorzügliche
Arbeit sonst gut erhalten.

Das breite, volle Antlitz wird in starkem Relief umrahmt von
ungescheiteltem, lockig wallendem Haar, das die Ohren zur Hälfte
verhüllt und tief in den Nacken hinab reicht. Die Augenbrauen sind
plastisch ausgeführt, an den Augen Sterne und Pupillen angegeben. Der
geschlossene Mund hat starke Lippen und eine wellig geschwungene
Form. Das Portrait erinnert an unbärtige Portraitkbpfe, die auf Lucius
Verus oder Commodus bezogen werden.

22. Römischer (?) Portraitkopf.

Weisser Marmor. Höhe 0-31, Breite 0*29, Gesichtslänge 0*205.
Inv. Nr. fehlt. Vgl. Fig. 11.

Mit Ausnahme der fehlenden Nasenspitze und kleiner Verstossungen
an der Stirne, den Augenbrauen und Haarlocken ist der dicht unter
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