Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 74
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28. Köpfchen eines bärtigen Mannes.

Weisser Marmor. Höhe 0*15, Gesichtslänge 0*08. Inv. Nr. 181.

In der Mitte des Halses gebrochen, die Nase fehlt.

Ein ältlicher, bärtiger Mann, geradeaus blickend und etwas nach
links geneigt, mit reichem Haupthaare, durch das eine Binde geht, vor
der es in Locken über der Stirne und den Schläfen aufquillt, die Ohren
verhüllt und tief in den Nacken hinabgeht. Die Augenbrauen sind mit
finsterem Ausdrucke gewölbt. Namentlich im Haare vielfache Spuren
des Bohrers. Schlechte römische Arbeit.

29. Sarapisköpfchen.

Alabaster. Höhe 0*16, Länge vom Scheitel bis zur Spitze des
Bartes 0-105. Inv. Nr. 180.

Geradeaus blickender Kopf mit vollem Bart- und reichem, typisch
in die Stirne fallendem Haupthaare. Auf dem Scheitel ein Loch zur
Aufnahme des besonders eingesetzt gewesenen Kalathos. Bei den Augen
ist der Stern und die Pupille eingraviert. Am Brustansatze Gewand.
Vgl. ungefähr Beschreibung der antiken Sculpturen in Berlin Nr. 252.
Geringe, späte Arbeit.

30. Knabenkopf (Eros), von einem Sarkophage (?).

Weisser Marmor. Höhe 0-17, Breite 0'14, Dicke 0*155, Gesichts-
länge 0*12. Inv. Nr. 115.

Unter dem Kinne ist der Kopf abgebrochen; die Nase, das Kinn
und Theile der Haarbüschel sind Verstössen, der Hinterkopf ist über-
mässig verlängert und überdies rückwärts abgeschlagen; der Kopf wird
also wohl einem Sarkophagreliefe angehört haben.

Ein munterer Knabenkopf mit lockigem Haar, lachenden Augen,
dicken Backen und lächelnd geöffnetem Munde.

31. Satyrkopf.

Weisser Marmor. Höhe 0*32, Gesichtslänge 0'17. Inv. Nr. 146.

In dem unter dem Kinne abgeschnittenen Halse ein Holzdübel,
Nase und Lippen fehlen, Augen, Haare und Kranz sind vielfach ver-
letzt, die Gipsergänzungen grösstenteils wieder verschwunden.

Der Kopf ist etwas nach links geneigt und blickt geradeaus. An
der hohen Stirne tritt der untere Theil etwas vor. Die Augenbrauen
sind geschwungen, die Augen schmal, die Mundwinkel lächelnd in die
Höhe gezogen, die Ohren spitz gebildet. Die Haare sträuben sich über
die Mitte der Stirne, fallen an den Schläfen herunter und reichen in
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