Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

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36. Satyrdoppelherme.

Weisser Marmor. Höhe 0*205, Breite 0*21, Dicke 0-135, Gesichts-
länge 0-13. Inv. Nr. 140.

Die Herme hat vielfache Verletzungen erlitten, die in Gips aus-
gebessert wurden, und ist behufs einer Aufstellung am Halse unten
quer abgeschnitten. Beide Köpfe sind jugendlich und haben volles, über
der Stirne gesträubtes Haupthaar. Zwischen den lächelnd geöffneten
Lippen sind die Zähne sichtbar. Zu beiden Seiten des Mundes in den
Wangen Grübchen und am Halse je zwei Warzen. Die Ohren stehen
spitz empor. Unbedeutende späte Arbeit.

37. Satyrdoppelherme.

Weisser Marmor. Höhe 0*10, Gesichtslänge 0-05. Inv. Nr. 191.

Die Doppelherme ist unter dem Kinne abgebrochen und trägt in
der Bruchfläche einen modernen Holzdübel. Sie ist überall stark Ver-
stössen und abgerieben.

Die jugendlichen Satyrköpfe sind beide unbärtig und tragen im
Haare einen grossblättrigen Epheukranz sammt einer Binde. Unter-
geordnete römische Decorationsarbeit.

38. Weiblicher Portraitkopf.

Weisser Marmor. Höhe 0-265, Breite 0-22, Dicke 0-20, Gesichts-
länge 0-16. Inv. Nr. fehlt.

Abgebrochen ist der Hals unter dem Kinne (in der Bruchfläche
ein moderner Eisendübel), der Haarknoten im Nacken und die Nase.

Das Gesicht hat volle, runde Formen und ist sehr flach gearbeitet.
Das gescheitelte Haar reicht tief in die Stirne herein und liegt hier in
geringelten, vielfach mit dem Bohrer hergestellten Locken ziemlich eng
an; hinter den freistehenden Ohren fällt es in je einer freien Locke
am Halse herab und geht flechtenartig in den Nacken hinab, avo es
zu einem Knoten vereinigt war. Die Augen sind gross, weit geöffnet
und haben einen starren Ausdruck. Der Mund ist klein und geschlossen
mit dünnen Lippen. Oben und rückwärts ist die Arbeit vernachlässigt.
Die Frisur entspricht den bekannten Agrippinatypen.

39. Portraitkopf einer Römerin des flavisclien Zeitalters.

Weisser Marmor. Höhe 0-295, Breite 0*24, Gesichtslänge 0-15.
Inv. Nr. 128.
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