Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 103
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Durch Guarnieri und Rubbi erfahren wir aber, dass Danieli auch
-den Namen Tommasoni führte.10! Es wird daher das von Spon und
danach von Fortis erwähnte Haus Tommasoni, in welchem ersterer
[8] abschrieb und dann Danieli sie wieder auffand, mit dem Wohn-
hause Danielis identisch sein und an diesen durch Erbschaft (vermuth-
lich infolge von Verschwägerung) gekommen sein."'1

Wie viel aber oder ob überhaupt noch etwas von dem von Fortis
in jenem Hause Gesehenen, ausser [8], dort schon vorhanden war,
als Danieli Eigenthümer wurde, können wir nicht bestimmen.

Einen gewissen Ersatz dafür bietet die Handschrift eines Anonymus
aus dem Jahre 1782 171 mit Notizen über Ausgrabungen in Nona
zwischen den Jahren 1670 und 1776. Hier wird zum Jahre 1749 be-
richtet, dass Antonio Capolin, Erzpriester von Nona, beim Haue eines
Hauses in Nona 5 »Statuen, 3 Inschriftsteine, viele Münzen, Statuen aus
Bronze und Marmor fand, die er theils nach Italien, theils in Zara dem
Grafen Niccolö Mircovich und der Sammlung Danieli verkaufte; 1751
fand Carlo Arrigoni bei einem Baue in der Ortlichkeit Cneghigna
Fragmente von Statuen und zwei Hüsten, welche an Danieli über-
giengen; für ihn werden endlich im Jahre 1759 drei südwestlich von
S. Ambrogio in Nona gefundene Marmorbüsten erworben.18)

Die stadtrömischen Inschriften des Museo Danieli befanden sich
früher in der Sammlung Manin in Venedig. Das wird in den von
Grisellini um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts geschriebenen,
jetzt in Turin aufbewahrten Papieren angegeben und von Maffei in
seinem Museum Yeronense S. 372 f. bestätigt, wo er 11 von unseren
Inschriften herausgegeben hat. Wann die Sammlung Manin aufgelöst
wurde, ist unbekannt; Malfei bezeichnet sie im Jahre 1749 als noch
bestehend.

Aus der Filippi'schen Handschrift erfahren wir weiter, dass, als
Giuseppe Giurovich in der Ortlichkeit Cneghigna einen Arm, einen
Fuss und einen Torso von drei verschiedenen Statuen fand und dies
Dr. Jacopo Danieli aus Padua zu Ohren kam, dieser im Früh-

15) Zu CIL III 2964 ,. . . . Dottor Antonio Danielli Tommasoni a Zara'.

10) Zu CIL III "2950 wird das Haus Danielli-Tommasoni erwähnt.

17j Mitgetheilt von Herrn Prof. Y(italiano) B(runelli) in dem Feuilletonartikel
zu Nr. 76 des Zaratiner Blattes ,il Dalmata' (23. September 1893). — Nach einer
von Herrn Landesschulinspector M. Glavinic gütigst zugesandten Mittheilung wird
diese Handschrift in Zara im Hause Filippi aufbewahrt und führt den Titel: ,notizie
istoriclie . . . di Zara . . . divise in VIII libri . . . come pure . . . di Nona'.

1S) Demnach sind vielleicht wenigstens einige von den dalmatinischen Inschriften,
deren Herkunft wir nicht kennen (oben S. 102) nach Nona zu verweisen.
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