Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 134
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1895/0144
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
134

von seiner Hilfeleistung- bei der Niederlassung der Parier auf Lesina
die Rede gewesen. C. 14 spricht Diodor von der Unterstützung, die im
folgenden Jalire der Eparch des Dionysios den Phariern gegen die
Ulyrier leistete. Der angegebene Ort, von dem aus dies geschah, kann
nur derselbe sein, der schon c. 13 genannt worden war; andernfalls
würde in Diodors Darstellung ein wesentliches Zwischenglied — die
Angabe, dass Dionysius auch auf Lissa eine Flottenstation begründet
habe — fehlen. Dass dies in der Lücke des Textes c. 13 nach den
Worten r/jv ovopiaCojjivrjV Aiooov gestanden hätte, halte ich für ausge-
schlossen; dort fehlt nur der Anfang des folgenden, von Dionysios
Rüstungen in Syrakus und von der Befestigung der Stadt handelnden
Satzes. Es ist deshalb auch unzulässig c. 14 statt Iv vfi A'laaw — Iv
tYj "laa-fl zu lesen.

Zippel (a. a. 0. S. 23) macht für diese Conjectur die Erwägung-
geltend, dass den bedrängten Phariern rasche Hilfe nicht von Lissos,
sondern nur von dem benachbarten Issa aus habe gebracht werden
können. Die Ereignisse des Jahres 230 v. Chr. beweisen das Gegen-
theil. Damals war Lissa von den Illyriern bedroht, man wandte sich
an Rom um Hilfe, und der Entsatz kam noch rechtzeitig, obwohl die
Consuln erst Korkyra, dann Epidamnos und Apollonia anliefen und
hernach erst nordwärts fuhren. Die Widerstandskraft ummauerter
Griechenstädte gegen die Angriffe von Barbaren darf eben nicht gering
veranschlagt werden.

Die nur kurze Zeit hindurch zu bemerkende Verwandtschaft im
Gepräge und in dem hohen Gewicht zwischen syrakusischen und den
ältesten noch dem vierten Jahrhundert angehörenden Münzen von Issa,
worauf Imhoof-Blumer (Numism. Ztschr. XVI 1884, S. 246) nach dem
Vorgang von Six und Barkley-Head, sowie Evans (a. a. 0. S. 223) be-
sonderes Gewicht legen, die Übereinstimmung von Namen auf syrakusi-
schen und auf Inschriften von Issa, Tragurion und Korkyra melaina,
sowie deren dorischer Dialect lassen sich aus dem Antheil, den Diony-
sios an der Besiedelung von Pharos nahm, hinreichend erklären. Seine
Unterstützung wird er wohl auch noch anderen griechischen Nieder-
lassungen in jenen Gegenden haben angedeihen lassen. Dorisches Wesen
hat aber auf den dalmatinischen Inseln auch von Korkyra aus Eingang
gefunden und der dorische Dialect der Inschriften, sowie das Vorkommen
des so häutigen Namens Dionysios (CIG 1835 ohne Vatersbezeichnung),
können daher nicht gerade für Syrakus als Ausgangspunkt dieser An-
siedelungen beweisen.

Zwischen Tragurion und Salona erwähnt ferner Plinius (n. h. III 141)
an der Küste einen Ort Siculi (vgl. Mommsen CIL III p. 305), den
loading ...