Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 168
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Scheibe ihres Spottes machte. Da darf man es aussprechen, dass das
Bild diese neue Unterwelt parodiert. Dabei ist besonders bemerkens-
wert; dass die angeführten bestimmten Busstypen,, deren Entstehung-
zeitlich schwer zu fixieren ist (Dieterich, a. a. 0. p. 209), hier bereits
für die Mitte des 5. Jahrhunderts gesichert sind. Das Vorhandensein
von Unterweltsbildern;, welche die Darstellung des Einzelnen, namentlich
der Strafen ausbildeten, hat Dieterich (a. a. 0. p. 138) an der Hand
eines plautinischen Verses für das 4. oder 3. Jahrhundert vermuthe.t;
das erhält nun seine volle Bestätigung, nur muss mit der zeitlichen
Fixierung im angegebenen Sinne hinaufgerückt werden. Das Bild hat
sonach für die Geschichte der antiken Unterweltsvorstellungen eigen-
thümlichen "Wert. Im Gegensatze zu den erbaulichen Jenseitsbildern
der unteritalischen Prunkgefässe kommt sein überaus derber, aber ur-
sprünglich frischer Humor erst voll zur Geltung.

Paris.

JOSEF ZINGEPtLE.
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