Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 183
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Mithrasöpfern rheinischer Gegenden gewöhnlich ist (textes et mon.
Nr. 240; Westd. Z. XIII S. 78), aber bisher auf solchen aus den
Donauländern nicht angetroffen wurde.

Spuren der einstigen Bemalung haben sich an dem Relief mehr-
fach erhalten. So sieht man auf dem weissen Gipsgrunde der Inschrift-
leiste röthliche Adern, und die Buchstaben sind roth gefärbt. Ebenso
zeigt die phrygische Mütze des Mithras hin und wieder roth und sein
Haar sehwache Reste von gelb, das vielleicht Grundierung für Vergoldung
war. Die Falten der Chlamvs tragen fast durchgängig noch die Gipsgrun-
dierung, die Deckfarbe ist aber hier ganz verschwunden. Die Flamme der
erhobenen Fackel des Cautes geht von unten nach ölten vom Rothen ins;
Gelbe über, und auf seinem Gewände sitzen Spuren von Roth-gelb.

Fig. B. 3.

Der im Mittelraume der Cella vor dem Cultbilde aufgestellt Haupt alt ar
gewesene Hauptaltar ist in jeder Beziehung einzig in seiner Art.
Er wurde umgeworfen und theilweise zerbrochen gefunden, aber die
meisten Bruchstücke waren noch vorhanden und sind von dem Bildhauer
Wilhelm Sturm sen. umsichtig und geschickt wieder eingefügt worden.
Auch der Sockel des Altars stand noch in situ. Der von der Feuchtig-
keit erweichte Stein wurde jedoch bei der Ausgrabung zerstört. Über seine
Maasse konnte nachträglich nichts ermittelt werden; berichtet wird nur,
dass er nicht eine einfache Platte, sondern rechts und links profiliert war.

Die Skizzen Fig. B 4 und B 5 zeigen je die vordere und linke?
beziehungsweise die rechte und rückwärtige Seite des Altars.-) Die
Composition dieses merkwürdigen Werkes ist im Entwurf weit besser

2) Die ungünstige Aufstellung des Werkes im Museum zu Deutsch-Altenburg
Hess photographische Aufnahmen der Xebenseiten nicht zu. Die Ansicht der
Vorderseite nach Photographie gibt Fig. B 3. Die beiden Skizzen B4 u. 5 verdanken
wir Fräulein Emma Bohrdantz.
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