Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 18.1895

Seite: 211
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vorher kaum für 4 Buchstaben. Den letzten Pentameter hat Bücheler
so gestaltet: ac nostros ad]eat [saepe memor ebneres; doch scheint statt
eat in der letzten Zeile fert sicher.

1 a. Mit der vorstehenden Inschrift ist der im Schloss Petronell
unmittelbar daneben stehende Grabstein des L. Cornelius Firmus auf
dieselbe Photographie gekommen und deshalb auch zinkotypisch nach-
gebildet worden. Der Fundort des Steines ist nicht genauer bekannt,
da er vor etwa 2 Jahrhunderten zuerst von Marsigli im Schloss Petronell
bemerkt und abgeschrieben wurde. Ich bringe indes den Zinkstock hier
zum Abdruck, zumal ich es für sehr möglich halte, das* auch dieser
Grabstein einst an derselben Strasse stand, wie die 12 hier zur Publi-
cation kommenden. Die Inschrift steht im CIL III unter n. 44G4, wo auch
die übrige Literatur angegeben ist, mit einer Berichtigung auf S. 1770.

Kalksteinplatte hoch 0-93 m, breit
0'60 m, dick etwa 0*18.

L. Cornelius L. f. Firmus Teretina
Arelatc mil(cs) leg(ionis) XVApollinaris)
an(norum) XXX, stipicnüiorum) X,
h{ic) s{itus) e(st). C. Vibius C. f. mil(es)
Jeg(ionis) XV ApoJ(linaris) [t]ub){icen)
h{eres) p(osuit).

In der letzten Zeile hat vor /B
noch ein Buchstabe gestanden, und
Hirschfeld hat daher (Sappl, p. 1770)
[s]ubh(eres) lesen wollen. Aber von dem
ersten Buchstaben ist noch ein Stück
des oberen Querstriches erhalten, das
S ausschliesst und wohl nur T zulässt.

2. Gefunden November 1893 auf dem Acker des Franz Herl,
dann ins Schloss Petronell gebracht. Oben abgerundete Plattte aus
Kalkstein, hoch 2'30m, breit 0-70 m, dick 0*25 m. Das Inschriftfeld ist
0*935 hoch, 0*445 breit, darüber in einer Vertiefung der fast frei
gearbeitete Kopf des Verstorbenen; unter dem Inschriftfeld ist die auf
der Abbildung nicht wiedergegebene Fläche zunächst geglättet, dann
rauh und unregelmässig. Sieh die Abbildung S. 212. Die Inschrift lautet :

Q. Vcratius L. f. Scapt(ia) mü(es) hg{ionis) XV Apol(linaris)
an(norum) XL, stip(endiorum) XIX, h(ic) s(itus) e(st). T(estamento)
f(ieri) i(ussit). L, Sertorius Faustus h(eres) f(ecit).

Von den wenigen Städten, die der Tribus Scaptia zugetheilt sind,
hat nur Florentia (Florenz), nach den inschriftlichen Zeugnissen, eine
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