Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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lielief (2 Fig. 1), aus vier Bruchstücken zusammengesetzt. Die
Abbildung überhebt mich einer genaueren Beschreibung und der Angabc
der Maasse. Dargestellt sind drei weibliche Gestalten, von denen die links
(A) mit erhobenen Armen einen flachen, runden Korb, dessen Inhalt
nicht sicher zu erkennen ist, auf dem Kopfe trägt, die zweite in der
Mitte (B) sich nach rechts wendet und in der vorgestreckten Linken
einen ganz zerstörten Gegenstand hält. Ob sie in der vor dem Leib
gehaltenen Beeilten etwas trug, muss zweifelhaft bleiben; im Haare
liegt ein Epheukranz. Zwischen A und B steht ein Räucheraltar auf

der Lrde. Auch zwischen B und der dritten Figur (C) scheint ein Altar
gestanden zu haben; doch lässt die weitgehende Zerstörung keine sichere
Entscheidung zu. Diese letztere C sitzt vollbekleidet am rechten Ende
des Reliefs auf einem Throne mit für späte Zeit charakteristischer, schräg
ansteigender Rückenlehne und hält mit beiden Händen ein AVickelkind
an der linken Brust. Ihr Untertheil ist weggebrochen. Von der Inschrift
(n. 14053) ist nur so viel erhalten, um folgende Ergänzung sicherzu-
stellen: [lSru]t[r(icilus)\ Aug(ustis) sa[cr]u[m____\...]po(suit).

Relief (3 Fig. 2), aus zwei Bruchstücken zusammengesetzt. Wir
finden dieselben Figuren, wie oben, in etwas anderer Gruppierung wieder.
Das Kind auf den Knien der Frau C, die auf einem lehnenlosen Stuhl
mit Polster sitzt, ist hier erwachsener gebildet und streckt seinen Arm
der Figur B entgegen, die ihn mit beiden Händen ergreift. Von der
tragenden Figur A ist nur ein Fragment übrig geblieben. Zu ergänzen
ist es mit Hilfe des Reliefbruchstückes (4 Fig. 3), auf dem A, wie

Fig. 3.
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