Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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Reise in Plirygien, Lykaonien und Pisidien.

In den Monaten Juni und Juli 1895 unternahm ich von Smyrna
aus? zusammen mit meinem Freunde Dr. med. A. Osbornc eine Keise ins
Innere von Kleinasien, nachdem wir uns längere Zeit an der Küste auf-
gehalten und die archäologisch interessanten Stätten besucht hatten. Unser
Ziel war Kenia und andere im gleichnamigen Wilajet gelegene Orte, deren
mittelalterliche, aus der Seldjukenzeit herrührende Baudenkmäler wir auf-
nehmen und untersuchen wollten.1) Wenn demnach auch der Hauptzweck
der Eeise nicht auf archäologischem Gebiet lag, so haben wir doch nicht
verabsäumt, diejenigen Inschriften, welche bisher noch nicht bekannt
schienen, zu sammeln, und die antiken Ruinen, auf welche wir stiessen,
zu untersuchen. Nach meiner Rückkehr aus dem Orient haben mich
bei der Lesung der gefundenen Inschriften Herr Dr. 0. Puchstein und
Herr Dr. Freiherr Hiller von Gärtringen in liebenswürdiger AAreise unter-
stützt; ich bin ihnen wie insbesondere den Redacteuren dieser Zeitschrift
für ihre gütigen Bemühungen zu grossem Dank verpflichtet. An mehr
als einer Stelle ergab das Studium meiner Abklatsche in Wien Zusätze
und Berichtigungen, welche in die von Herrn Gatscha angefertigten
Zeichnungen der Zinkstöcke aufgenommen worden sind.

Ehe wir von Diner (Apameia Kibotos) aus, dem Endpunkt der
von Smyrna im Maeander-Thale aufsteigenden Eisenbalm, den Marsch
in das Innere antraten, hielten wir uns einige Tage in Gondjarly auf,
um die Ruinen von Hierapolis und von Laodikeia am Lykos, sowie den
mittelalterlichen Ak-Han zu besuchen, einen aus antiken Steinen von
Laodikeia errichteten frühtürkischen Bau des XIII. Jahrhunderts.

1) Ak-Han bei Gondjarly; in der Ostwand ein- /KAilOX
gemauerter Stein 0'25wt hoch, 0-60«; breit. tElXAM^

2) Laodikeia am Lykos; Bruchstück eines Marmor-Sarkophags in
einem Garten des Dorfes Gondjarly, 0'42 m hoch, 0-38 in breit.

') Die auf kunstwissenschaftlichem und geographischem Gebiete liegenden
Ergebnisse der Eeise werden demnächst in einem bei Dietrich Reimer in Berlin
erscheinenden Werke veröffentlicht werden.

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