Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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welches der Hof in Konia für Kunst, Wissenschaft und auch für grie-
chische Philosophie besass. Eiii zweiter Eflatuii-Bunar soll sieh, wie
Ramsay erwähnt, auf dem Burgberg in Konia befinden.

Jakut, ein arabischer Geograph des XIV. Jahrhunderts, schreibt,
„in Konia sei das Grab des weisen Plato in der Kirche neben der
Moschee." Hiermit wird die kleine aus byzantinischer Zeit stammende
Kirche auf dem Burgberge, die neben der Moschee des Sultan Ala eddin
liegt, gemeint sein. Man erkennt aus diesen Worten — übrigens das
einzige, was Jakut über Konia zu berichten weiss — eine wie grosse
Bolle Plato in der arabischen Philosophie gespielt hat.

Fig. 4. Üskeles-Küi, Relief.

Südlich vom Bcischchir-See liegt, einige Kilometer vom Ufer ent-
fernt, das grosse Dorf Üskeles. Eine reiche Menge von antiken Frag-
menten, von Säulenstücken und anderen Sculpturen sind in den Mauern
der Steinhäuser verbaut. So auch ein Relief, welches wohl von einem
Sarkophag herrührt (Fig. 4). Es zeigt in der Mitte ein von Säulen
flankiertes Portal, und zu beiden Seiten desselben Figuren, die leider
sehr zerstört sind. Die rechts befindliche stellt eine durch ein Gewand
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