Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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■Gebäude (Fig. 8D) und weiter hinauf ein schwer zugängliches Felsgrab.
Unterhalb vom Tempel bemerkt man einige mit rohen Sculpturen ver-
sehene Sarkophage, während das Stück eines grösseren Frieses mit
Trophäen (Panzer, Helm und Beinschienen) bessere Arbeit verrätli,
soweit es der verwitterte Stein erkennen lässt ( Fig. 11). Von sonstigen
Sculpturen fanden wir ein kleines Grabrelief mit Porträtfigürchen, in der
Art, wie sie in diesen Gegenden häufig vorkommen. In dem krönenden
Dreiecksfeld ist hier meist ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln ange-
bracht, und die Behandlung des Figürlichen sehr roh. Ein ähnliches
kleines Epitaph wurde uns in Kurdjowa am Westufer des Beischehir-
Sees gezeigt (Fig. 12); es trug ein gleichgeformtes Medaillon mit der

Triquetra, wie sie an der Exedra von Siwri-Kalessi angebracht ist. Auf
den Münzen von Selge in Pisidien findet sich auch die Triquetra, und
sie soll das gemeinsame Symbol von verschiedenen Städten Pamphyliens
und Pisidiens20) gewesen sein. Ebenso wie viele Städte in Magna Graecia
nur aus dem Grunde die Triquetra auf ihren Münzen führten, um ihr
gutes Einvernehmen mit Sicilien dadurch zu documentieren21), so ist
vielleicht auch in Pisidien die Triquetra von Selge von kleineren Städten
angenommen worden.

Der Name der in dem Trümmerfelde von Siwri-Kalessi vorlie-
genden antiken Stadt ist aus der im nahegelegenen Afschar von uns

20) Millingen: Ancient Coins of greek cities and kings, London 1831 pag. 68.
Jt) La triquetra nei monuinenti delT Antichita, per Adolfo Holm. Palermo 1871.

Fig. 12. Kurdjowa, Grabrelief.
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