Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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Richtung nur wenig ab, ähnlich wie bei der Stele des Tlieron (Stackelberg,
Gräber der Hellenen Taf. VI), bei der hochalterthümlichen Stele aus Dorylaion
(athen. Mittheil. XX Taf. I und II), bei manchen Bronzen aus Olympia
(Olympia IV Taf. 43. 50. 54. 55) u. a.; vgl. Milchhöfer athen. Mitth. V 167x)
und A.Riegl, Stilfragen S. 210.2) Bei den Halbpalmetten sieht man, soweit
die Zerstörung es erkennen lässt, zwischen den Enden der Blätter winzige
Spitzblättchen hervorspriessen, bestimmt zur Raumfüllung, weil hier die
einzelnen Blätter, um sich den Rändern der Voluten anzuschmiegen,

') cDie älteste Form ist die des stumpfblättrigen Fächers.

2) 'Die Umbildungen der Palmette in der zweiten Hälfte des V. Jahrhunderts
betreffen sowohl den bekrönenden Fächer als auch die unteren Theile: Volutenkelch
und Zapfen. Diese letzteren beiden werden nämlich entweder unmittelbar akanthi-
sirend gegliedert, oder sie treten in Verbindung mit dem Akanthus. . . . Der Fächer
der Palmette hingegen behält im Allgemeinen die Selbständigkeit der einzelnen langen
und schmalen Blätter . . .bei; aber die Richtung dieser Blätter, die an den egyptischen
Vorbildern eine streng radiant-centrale. .. gewesen war, wurde nun allmählig eine
schwungvollere.'

Archäologisch-epigraphische Mittheilungon XIX, 1. 5
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