Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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Die Inschrift bestand aus 10 oder vielleicht 9 Zeilen, denn ob das
zu Anfang kenntliche als Rest eines Buchstabens, etwa eines Q an-
zusehen ist, ist mir zweifelhaft. Iiievon abgesehen besteht die Zeile
regelmässig aus einem Götternamen im Dativ, auf den ein Paar Zeichen
folgen und dem Einiges vorausgieng. Die Lesung der Namen ist mit

Ausnahme von Z. 3 zweifellos; es sind Z. 2 [Vi]ctoria[e], 3.....ati,

4 [Furt]unue, 5 Vesta[e], 6 [F\ortuna[e], 7 \Io\vi o(ptimo) m(aximo),
8 [ApoVlini, 9 [Fo]rtunae, 10 [M\ercurio. Augenscheinlich haben wir also

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ein Verzeichnis von Sacra. Culthandlungen. Zu der nächstliegenden

und durch mehrfache Analogien empfohlenen Annahme, dass vor den
einzelnen Götternamen das Datum der Culthandlung angegeben war,
passt, dass die Anfänge der Namen nicht senkrecht unter einander
stehen, aber doch auch die Verschiedenheiten im Anfangspunkt, wieder
von Z. 3 abgesehen, nicht bedeutend sind, und ebenso passt dazu der
einzige vor einem Götternamen erhaltene Best, das V in Z. 5, der sich
zu [No]v(embres) ergänzen lässt. Die auf die Götternamen folgenden
Zeichen bildeten für Z. 3—10 eine schmale Columne, bei der, soweit
der Zustand der Erhaltung ein Urfheil zulässt, Anfänge wie Enden ziem-
lich senkrecht unter einander standen; nur Z. 10 tritt der Anfang etwas
zurück. Die Zeichen selbst scheinen auch ziemlich gleichartig zu sein
In Z. 3. 5. 9 sind sie allerdings fast ganz zerstört, aber in Z. 4. 6. 7.
8. 10 erkennt man mehr oder weniger sicher in gleicher Weise zwei
senkrechte Striche in mässigem Zwischenraum. Die Striche seihst wie
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