Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

Seite: 125
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(cf. ephem. epigr. 5 p. 135).' Ebenso untersuche ich nicht, welcher Zeit
die Inschrift zuzuweisen ist8) und was der Grund dafür sein mag. dass
eine Cenatio von zum persönlichen Schutze der Kaiser bestimmten Per-
sonen in Fano gebaut wurde, das allerdings eine wichtige Stelle der damals
wold für das römische Reich wichtigsten unter den von Rom ausgehenden
Heerstfassen war, aber von den gewöhnlichen Aufenthaltsorten der Kaiser
weit entfernt lag. Ich weise nur auf das eine Räthsel hin, das die
Inschrift mit dem hier meines AVissens zum erstenmal vorkommenden
und augenscheinlich unrömischen Namen Guntlia bietet. Remerkt habe
ich in Rand XI nur, dass derselbe Namen in der Rezeichnung Studium
Gunthar, vorliegt, die zugleich mit dem Studium ApoUinar. in einer wohl
noch dein 2. Jahrh. n. Chr. angehörenden Inschrift von Pesaro (C. XI
6362 = Orelli 4069 add.; Wümanns 2112) vorkommt, mit T. Caedio I.
f. Cam, Atilio Crescenti eq(iio) p(uhlico) . . . . pair(pno) VI tir(um) Au-
gu$t(alium) itemq(ue) coll(egioruni) fahr (um), ccnt(onarioruin), naviciidario-
rum), dendr(oforum), vicim(agistrorum), iuvenum forensium, item studio-
r(wm) ApoUinar. et Gunthar. Die Gebiete von Pisaurum und Fannm
stossen an einander und beide waren, bevor sie von den Römern
gewonnen wurden, von Kelten besetzt.

WIEN. RUR MANN.

°) Der Plural divinorom lateruin scheint anzuzeigen, dass damals mehrere Kaiser
herrschten. Ferner habe ich zu XI 6222 als möglich angeführt, dass der Plavius Con-
cordius dieser Insehrift identisch sei mit dem Gleichnamigen auf einer in den stadt-
rOmischen Katakomben der Domitilla gefundenen Marmorplatte des Jahres 361
Eossi bull, di arch. crist. 1875 p. 45) mit dulcissimo filio Martiniano, qui vixit
annos XI mens(es) IUI dies XIII; dep{osito) XI kaliendas) Aiig(ustas); guesguet
(= quiescit) in pace Tattro et Florentio consSulibus); Fl. Concordius v(ir) p(erfec-
Ussimus) ßlio fecit.
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