Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

Seite: 144
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vor Chr.. in welche Zeit der Wiener Sarkophag gehört, ist durch die
in den Fels gehauenen Grabfacaden Kleinasiens, welche besser als
oberirdische Bauten erhalten sind, sicher bezeugt.8)

Das Grab war, als es gefunden wurde, schon ausgeplündert, sonst
hätte Bustron ohne Zweifel die im Sarkophag gefundenen Gegenstände
erwähnt, da die Ausschmückung des Todten wohl dem Werte des
Sarkophages entsprochen haben wird. Daher müssen wir annehmen,
dass der Deckel und wohl auch der hintere Theil des Sarkophages
schon zerbrochen gefunden wurden.

Über das Schicksal des Sarkophages in der Zeit zwischen 1558
und 1567 ist uns bekannt, dass er als Brunnentrog gedient hat, was
R. v. Schneider ermittelt hat (Album S. 5). Dass in offiziellen Berichten
der Sarkophag erwähnt war, möchte ich bezweifeln, da der Statthalter
Giovanni Renier ihn wohl als sein persönliches Eigenthum nach Venedig
geschickt haben wird. Leider wird in den von B. v. Schneider ver-
öffentlichten Urkunden der Name des Verkäufers nicht genannt.

Zur Bestätigung der ohnehin kaum zweifelhaften Identificierung
möchte ich nur noch darauf hinweisen, dass ausser dem Wiener Sarko-
phag unter den von Robert publicierten sich keiner findet, auf den alle
oben besprochenen Angaben passen.

Rom Nov. 1896 J. J. SMIRNOFF.

3) 0. Benndorf und G. Niemann, Reisen in Lykien und Karien Tat XV. XVII
S.41 und 112; Eug. Petersen und F. v. Luschan, Reisen in Lykien. Milyas und Kiby-
ratis Taf. III. XII. Lanckoronski Band II.
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