Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

Seite: 145
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Patricier und III viri monetales.

Die Bedeutung- des Patriciats lag in der Kaiserzeit hauptsächlich
auf sacralem Gebiet, ohne dass es jedoch an Spuren seiner Einwirkung-
auf die politische Laufbahn ganz fehlte. Mommsen (Staatsrecht I" 555)
hat gezeigt, dass die Patricier von der Bekleidung der Ädilität ent-
bunden waren. Weit geringeren Wert beansprucht folgende aus dem
inschrifdichen Material geschöpfte Beobachtung:

Alle Patricier, die sicher der Zeit von Yespasian bis auf Severus
Alexander angehören und deren Ämterlaufbahn uns bekannt ist, haben,
wenn sie entweder schon vor dem Vigintivirat dem Patriciat angehörten
oder unmittelbar darnach in denselben aufgenommen wurden,1) von den
Ämtern der vigintiviri immer nur das eines III vir a(uro) a(rgento) a(ere)
filando) f(eritmdo) bekleidet. Im Folgenden gebe ich die Liste dieser
Persönlichkeiten.2)

1. [L. Neratins Marcellus] (C. IX 2456), Cos. II 129 n. Gh.;

2. P. Gl[it]ius . . . anus (XI 3098), unter Yespasian;

3. M. Lollins Paullinus Valerius Asiaticus Saturnmus (XIV 4240),
Cos. 93 und 125;

4. [Valerius] Taurus Asiaticus (Waddington, fast. p. 721), Sohn
des Vorhergehenden;

5. P. Manilius Vopiscus (XIV 4242), Cos. 114;

6. Ser. Cornelius Dolabella Metiiianus (IX 3154), unter Traian;

7. Plautius [La]mia Silvanas [Aelianus] (XI 5171), unter Hadrian;

8. (?) L. Vipstanius Poblicola Messalla (XIV 4245), um 140;

9. M.'Acilius Glabrio (XIV 4237), Cos. 152;

10. M. Metilius Aquillius Regulas (XIV 2501), Cos. 157:

11. Q. Pompeius Senecio Sosius Priscus (X 3724; XIV 3609\
Cos. 169;

12. L. Fulvius Aemilianus (VI 14221, unter Marcus (fragm. Vat.
189. 210);

13. T. Vitrasius Pollio (VI 1540), unter Marcus;

14. [L. Annius] Bavos (VI 1339), salius Palatinos bis 170:

') SM. Antonius Antius Lupus (C. VI 1343) wurde augenscheinlich erst nach
der Quaestur in den Patriciat aufgenommen.

-) Als Kennzeichen des Patriciats galten die Zugehörigkeit zu einer patricischen
Familie, die Bekleidung patricischer Priesterämter und das Fehlen der Ädilität oder
des Volkstrilnmates in der Ämterstaffel. Beigefügt ist eine ungefähre Zeitbestimmung.

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