Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

Seite: 146
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1896/0156
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
146

15. Q. Hedius Eufus Lollianus Gentianns (II 4121), salius Palatinust
seit 171;

16. C. Matius Sullinus (V 1812), salius Palatinus bis 186;

17. M. Nummius Senecio Albmus (V 4347), Cos. 206;

18. (?) (VI 1577^, unter Pertinax;

19. C. Arrius Honoratus (III 6810; VI 31688), unter Septimius.
Severus;3)

20. Q. Lollianus Plautius Avitus (Dessau 1155), Cos. 209(?);

21. Ser. Calpurnius Dexter (XIV 3993), Cos. 225;

22. L. Ti. Claudius Aurelras Quintianus (X 3850), Cos. 235;

23. T. Clodius Pupienus Pulcher M[aximus] (XIV 3593), kurz,
vor 238.4)

Die verhältnismässig grosse Zahl seheint einen Zufall auszu-
schliessen. Der Grund aber, weshalb die Patricier in der Zeit zwischen
Vespasian und Alexander ihre Amterlauf bahn durchgehends als III viri
u. a. a. f. f. begannen, kann kein sacraler gewesen sein, da vor-5) und
nachher0) Patricier auch andere Stellungen des Vigintivirats bekleidet
haben und Plebejer nicht minder häufig als III viri monetäles erscheinen.
Den Anlass wird die grössere Vornehmheit dieses Amtes gegenüber den
drei anderen Collegien des Vigintivirats geboten haben: es war neben
dem der III viri capitalcs dasjenige, das die wenigsten Mitglieder zählte,
und hatte vor diesem den Vorzug der vornehmeren Beschäftigung voraus.

Dass der Gebrauch mit Vespasians Regierung aufkam, findet
vielleicht darin seine Erklärung, dass dieser Kaiser im J. 73 die Censur
übernahm und in derselben neue Patricier creierte. Damals mag er die
Bestimmung getroffen haben, dass die Patricier von den ersten Stel-
lungen des künftigen Senators nur die vornehmste bekleiden sollten.7)

In der Zeit nach Alexander beginnen die alten Überlieferungen
fast überall neuen Formen zu weichen; es ist daher nicht auffallend,
dass auch dieser Gebrauch abkommt.

__ EDMUND GROAG.

3) Vgl. Rohden bei Pauly-Wissowa s. v.

4) Hiezu kämen vielleicht noch einige Patricier unbestimmter Zeit, die III viri
a. a. a. f. f. waren; vgl. C. VI 31780; VIII 11338; Bull. com. 1889 p. 41.

s) Vgl. C. VI 1501. 1515 (Zeit des Augustus); XIV 2802 (Tiberius): VI 1439
(Nero?); [Clodius Caplito (X 3852) und Firmus (XI 1834) waren kaum Patricier.

0) L. Valerius Poplicola Balbinus Maximus war III vir capitalis (VI 1532).
Er ist demnach mit dem Consul des Jahres 253, nicht 232 zu identificieren. — Hieher
gehören wohl auch die zeitlich nicht fixierten Inschriften VI 1553. 1559. 31774;
VIII 14312; X 1249. 5058. Das Fragment X 4639 darf kaum herbeigezogen werden.

") Selbst wenn diese Annahme durch eine neugefundene Inschrift widerlegt
würde, bliebe doch das Resultat bestehen, dass man den Patriciern von den niedrigstem
Magistraturen in erster Linie die der III viri monetäles zu übertragen pflegte.
loading ...