Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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bei der Aushebung desselben die Hauptfläche als insehriftlos; das Stück
war also wohl auf Vorrath gearbeitet oder bloss bemalt. Das Vorhanden-
sein eines Dübelloches in der Mitte der Basisfläche beweist, dass es auf
einem Sockel aufstand.

Daneben finden sicli im Pflaster drei grosse Mühlsteine, von
welchen der grösste (1*41 m Durchmesser, mit einem ca. 22 cm weiten
kreisrunden Mittelloch) offenbar von einer Quetschmühle stammt, die
zur Pressung von Oliven gedient haben mag.

Bei Herrn Carlo Schinigoi fanden wir ausser den in dieser Zeit-
schrift XVI S. 37 ff. besprochenen Gegenständen die folgenden, die er
neuerdings aus seinem Grundstücke gewonnen hatte:2)

1. Grosser Ziegel in einem Rahmen, der von doppelten einen
Zickzackstreifen umschliessenden Leisten gebildet ist; in erhabenen
T5em hohen Buchstaben:

Eraclis statt Heraclis. Der Stempel scheint bisher anderwärts nicht
nachgewiesen.

2. Ziegel aus weissem, sehr feinem, hell klingendem Thon mit
dem an beiden Küsten des adriatischen Meeres (C. III 3214, 2;
V 8110, 70; XI 6689, 80) sehr häufig vorkommenden Stempel:

Vertiefte 2-4«« hohe Buchstaben ohne jeglichen Rand.

3. Boden eines im J. 1893 gefundenen Gefässes aus terra sigillata
(Durchm. 3-5 cm), im Viereck :

An Thongefassen enthält die Sammlung noch folgendes Bemerkens-
werte : eine bauchige Schale aus weicher, grauer Erde, nach oben sich
verjüngend, ohne Rand, mit einfachem Fussring. Der obere Theil der
Wand zeigt zwischen zwei oberen und vier unteren Strichelreihen ein
fortlaufend wiederholtes, aus einfachen Strichelchen zusammengesetztes
palmettenförmiges Ornament. Oberer Durchm. 11*5, Hohe 8 cm. —
Töpfchen aus hellrothem Thon: der niedere, unten durch einen kleinen
Wulst abgeschlossene Rand etwas ausladend; an denselben schlicsst
sich unmittelbar ein einfacher, den Rand nicht Ubersteigender Henkel,
der mit geringer Auswölbung in der Mitte des Gefässbauchcs endigt.

2) Auch der von Cubicli notizic naturali e storiche sulFisola di Veglia Th. II.
S. 24 Anm. 2 erwähnte Fund von 17 kelchförmigen Steinurnen bezieht sich auf dieses
damals in anderem Besitze befindliche Grundstück.

^ERACIIS

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A N E M O = C. V 8110, 103.
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