Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

Seite: 165
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ig 5

scitc des einen ist links von dem viereckigen Mitteldübel V und rechts
unten die Marke I zu sehen.

Unstreitig stehen mit der römischen Ansiedlang an der Bucht
von Bescanuova die Denkmälerreste in Zusammenhang, die sieh in der
Umgebung thalcinwärts in Jurandvor, Bescavalle und S. Giorgio vorfinden.

In der Treppe der Kirche S. Redentore in Jurandvor entdeckten
wir einen angeblich aus dem Friedhofe beim Kirchlein S. Lucia ver-
schleppten, nun mit der Schriftseite nach unten gelegten Stein (1*12 m h.,
0-57m br., 0T4w& dick), dessen obere Hälfte in symmetrischer An-
ordnung drei Protomen — zwei, wohl weibliche, oben, eine in der
Mitte darunter — in kreisrunden, vertieften Medaillons zeigt. Darunter
das Inschriftfeld (0"39»w hoch, 0-36?» breit) mit doppelter Umrahmung.
Der schwer lesbare Text lautet:

Vd ismanibvs
is-SB e r
2 VIRiN E

\c c o n

Zeile 2 der drittletzte Buchstabe P oder A; die zwei voran-
gehenden Hasten vielleicht H mit hohem Querstrich.

Unweit erhebt sich das höchst alterthümliche Kirchlein S. Lucia.
Auf der ersten der vom Schiff ins Presbyterium führenden Stufen, die
nach der Copie Sabljars schlecht publicierte Inschrift C. III 3133.
Schöner, harter Istrianer Marmor. Höhe OSom. Breite 1 365«?, Dicke
025 m. Höhe der schönen ins 1. Jahrb. weisenden Buchstaben (be-
merkenswert das weit geöffnete P) Zeile 1 0"065 in, Zeile 2 0-057 m.
Die mittlere Partie der Inschrift stark ausgetreten.

Q-*APIO-fcAIIWVPIAEf<APIAE
JVWLXIMO_M \ \ ivn^pOSTVME

Q(ui)ito) Kapio Ka[piae] [Kalpiae Kapiae

Maximo .....[JIax]imc Vorturne

............sibi e]t

Zeile 1 ist unmittelbar nach Q. Kapio sicher Kapiae zu lesen :
das E war offenbar kleiner und höher angesetzt, ebenso wie am Hude
der 2. Zeile bei Postume. — Kapius oder Capitis (auch Cappius) ist
ein sehr seltener Gentilnanie, falls hier nicht ein romanisierter barba-
rischer Name vorliegt.
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