Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

Seite: 168
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Zu bemerken ist, dass der Gentilname sonst nur in der Form
Metilius vorkommt.

Als drittes Exemplar dieser Gasse reiht sich der in Zengg gefundene
Stempel des Agramer Museums an (ungenau C. III 3214, 18). Ergibt in der
Zusammenstellung beider Siegel eine dritte Variante, indem Sex. MelilM
Maximi in der 1. Zeile, de sdltu in Zeile 2 steht. — Die Thatsache,
dass unser Stück im innersten Winkel der Bucht von Dobrigno beim
Orte Salinj gefanden wurde, in dessen Kähe noch heute ein Ziegel-
schlag besteht, lässt vermuthen, dass die eben besprochenen Ziegel
seinerzeit daselbst gefertigt wurden. Heute noch heisst die Gegend
'Je fornaci*.

Castelmuschio.

Hier verglichen wir die in die Wand des Gemeindehauses einge-
mauerte Inschrift C. III 3127 (statt der Punkte überall kleine Epheu-
blätter). Der Stein wurde gegenüber dem Gemeindehause gefunden,
wohl nicht in situ, da alle sonstigen antiken Reste sicli nicht auf
dem Boden des heutigen Ortes, sondern eine Viertelstunde unterhalb
in der Ebene Okladi rinden.

Hier fallen ungewöhnlich grosse und breite Steinriegel auf, welche
die Tradition als Beste von Stadtmauern bezeichnet. Ein Stück gut-
gefügter Quadermauer hat sich an einer über 5jm breiten Stelle erhalten.
In der Umgebung dieser Steinriegel gewahrten wir allenthalben römische
Beste: Amphorenscberben, Stücke von Mörtel und Dachfalzziegeln. —
Ansehnliche Arehitekturtrümmer lagen hei den erhaltenen Maucrresteu:
Gesimsstück 65 c;» lang, ca. 31 cm hoch, ca. 42 cm tief; 2 Quaderblöcke
mit Dtibellöehern 1-10 im lang, OS95»j breit, 0331» hoch, bzw. 0*85:
0-8: 0*36, und ein grösserer T4mj lang, 0*76»» breit, an der Langseite
ein 15-5 cm tiefer und 5*5 cm breiter Falz.

Erwähnung verdient ein grossei- altarförmiger Aufsatz, den wir
im Gemäuer der nahen Klosterruine Mira vorfanden. Die Ausführung
ist ziemlich roh, namentlich die der Polster stumpf; auch das Profil
des Gesimses ist nicht sehr deutlieh; anhaftende Beste von Kalkmörtel
können aus späterer Zeit stammen. — Aus Okladi rührt auch ein
mächtiger glatter Säulenschaft, der jetzt auf dem Hauptplatze von
Castelmuschio liegt. Länge 2-65 m, die Durchmesser der Cylinderbasen
62'ü und 63 cm; die untere zeigt zwei in der Linie des Durchmessers
eingeschlagene regelmässige quadratische Löcher, von 5Scm Seitenlänge,
mit Blei vergossen; zwischen beiden genau im Gentrum ein schmales,
ca. 7 cm langes, IOcim tiefes Dübelloch.

Um das Südende der kleinen Bucht von Noghera fanden sich hart
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