Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

Seite: 211
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zwei mir aus dem kaiserlichen Münzcabinete zur Verfügung' gestellte
Abdrücke bestätigt wird, vor der stehenden Gestalt des Commodus cuu
autel allume devant lequel est pos6c une massue; en face, un arbre,
auquel la peau du lion est suspendue ainsi qu'un carquois.' Die danach
für die Deutung auf Commodus sich ergebende AVahrscheinlichkeit wird
dadurch sehr gesteigert und, meine Ich, der Sicherheit nahe gebracht,
dass, wie wir jetzt sehen, unsere Weihung der Tirynthia munera in ganz
ungewöhnlicher Weise an einem Baumstamm angebracht ist, genau wie
den Münzen nach die von Commodus geweihten herculischen Gaben.
Jetzt erscheint es auch nicht zufällig, dass in demselben Jahr 191 auf
anderen Münzen des Commodus (Cohen IIP S. 130 f. n. 23—30) Apollo
(einmal n. 23 mit der Victoria) mit der Beischrift Apollini Palatino dar-
gestellt ist, und es ist wenigstens denkbar, wie Kostowzew bemerkt,
dass für unser Denkmal wie für die früher angeführten Münzen das
gemeinsame Vorbild ein von Commodus im Apollotempel auf dem
Palatin geweihtes Bildwerk war, darstellend einen Baumstamm mit den
Waffen des Hercules.

Dass nach der Form der Buchstaben das Denkmal sehr wohl der
Zeit des Commodus angehören kann, bestätigt der beste Kenner der
epigraphischen Denkmäler Aquilejas Maionica; auch zeigt der von ihm
eingesendete Abklatsch der Votiviuschrift vom Jahre 156 n. Chr. C. V 798
durchaus entsprechende Formen.

Der Hauptgott Aquilejas war, wie wir wissen, Belenus. der regel-
mässig mit Apollo identificiert wurde: ich zweifle daher nicht, dass auch
unser Denkmal aus einem Heiligthum des Belenus stammt. E. B.]

Aquileja.

MAIONICA.
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