Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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Diese Grabschrift ist wohl kaum als metrisch anzusehen, wenn
auch vielfach Verse zugrunde liegen; vgl. die auch in Constantza ge-
fundene halbmetrische in dieser Zeitschrift VIII S. 11 n. 24.

Nach den Angaben hiess die Verstorbene Epiphania Z. 6). Sie
lebte früher in Hellas (Z. 4); ihre Mutter war aus Athen, der Vater
aus Hermione (Z. 5). — Ihren Vater und ihren Gatten, die beide Schiffs-
hesitzer waren (Z. 8), so dass sie viel Länder gesehen und viel Meere
befahren hat (Z. 7), habe sie mit eigenen Händen bestattet i Z. 9). Nach
Z. 17 f. hat ihr das Grabmal ihr Gatte Hermogenes errichtet: wenn nichts
verwirrt ist, muss dies also der zweite Gatte sein. Dieser war sowohl
Bürger in Ancyra als in Tomi; hier gehörte er zur tp'jXvj Olvw-cov.

Die Phyle der Ol'vw^s? ist bereits aus Kyzikos und Ephesos bekannt,
wo sie neben andern zu den vier ursprünglichen ionischen Phylen hin-
zutrat; vgl. für Kyzikos Athen. Mitth. 18, 1884 S. 304, für Ephesos
ancient inscr. of the British Museum III 2 S. 69 ff.

95. In dem lateinischen Text der auf einer anderen Platte in
griechischer Sprache eingegrabenen Terminationsurkunde von Callatis
(Mangalia), deren Reste unter n. 59 S. 108 ff. in Facsimile und Umschrift
publiciert sind, hatte ich zu Anfang von Z. 4 vor RE RECTO ein E
zu erkennen geglaubt. Bei einer auf Veranlassung von Prof. v. Doma-
szewski vorgenommenen Nachprüfung habe ich mich überzeugt, dass
von dem Buchstaben keine sicheren Reste erhalten sind und auch O
möglich ist. Es wird daher hier und an den andern Stellen, wo der
entsprechende griechische Text ijt1 so&stotv öovWjv hat. nicht itinejre, sondern
>'i(jo]re recto gestanden haben.

B u k a r e s t.

GR. G. TOCILESCU.
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