Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 19.1896

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Malamer war als Chan einer der nächsten Nachfolger Omurtags;
vgl. Jireöek, Geschichte der Bulgaren 149. Von ihm war schon die zu
n. 3 citierte Inschrift CIG IV 8691 b bekannt. Biotop ist wohl nur
orthographisch von dem ßa?ai:oup der vorhergehenden Inschrift ver-
schieden, vgl. hierüber und über ßoTjXä(s) die Anmerkungen zu n. 3.
[KooXooßpos dürfte auch einen Titel, eine Stellung im Heere, aus-
drücken; vgl. türkisch qolaghuz, daraus eine nordttirkische Dialectform
qolabur, qolobur = Wegweiser, mit Übergang von gh zu b und von
z in r. TOMASCHEK.] Dasselbe Wort ist, wie Dr. Groag vermuthet,
vielleicht auch CIG IV 8691 a Z. 7. 8 zu ergänzen xo[o|X]6ßpov.

5. Kalksteinsäule, gefunden in der Nähe des Dorfes Mogila (Kreis
Sinnen). Durchmesser 0-36?», Buchstabenhöhe 0 06«;.

GPonZc^HTOikyoo/

ßa-ca('.)?]vo; d'fpsjwrofs av-1
&po-[ö]; p.&u YjTOV xs [dtatte]
v^aa? äirfej&avev, tjt[o 8 s]
Teve[s]s 'Epf^Afnjc].

Gehört zu dersellien Gruppe von Inschriften und wohl auch un-
gefähr in dieselbe Zeit wie n. 3 und 4. — Ein Geschlecht Jermi wird
in einem in den russischen Chroniken enthaltenen Catalog der Bulgaren-
fürsten erwähnt, vgl. Jirecek, Gesch. d. Bulgaren 127. Tomaschek
erinnert an den avarischen Eigennamen Eppi-^; (Chronicon Paschale
ed. Bonn. I 724 zum J. 626).

6. Halbsäule, gefunden in den Pannen der alten bulgarischen Haupt-
stadt Preslav.
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