Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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von Kis-Igmand nur lcg(atus) Aug(usti) (C. III S. 11077), er besaß
also nicht proprätorische Gewalt.47) Demnach kann er nur Legatus
legionis gewesen sein, wahrscheinlich der I adiutrix in Brigetio, um das
Jahr 126; nachher commandierte er noch die Leg. VII. gem. felix in
Hispania (C. II 5083\ eine allerdings nicht häufige, aber doch auch
anderweitig bezeugte Wiederholung des Legionseommandos.;"

Y......Fuficius Cornutus. '

Cos. unter Hadrian oder zu Anfang des Pius. Legat zwischen
138 und 14(5, nach dem neugefundenen Diplom C. III S. p. 1984.

Diese Persönlichkeit war bisher nur bekannt aus Stempeln von
llistonium (C. IX 6078, 91); auf ihn bezieht sich aber auch die grolle,
leider etwa nur zum vierten Theile erhaltene Inschrift von Casalhordino40 )

47.l Legialus) Aug(usti) ist gerade der technische Ausdruck für den Legions-
legaten, -wenn der Name der Legion aus irgend einem Grunde nicht hinzugefügt
wird, besonders im Gegensatze zum Provinziallegaten z. B. C. II 2477; III 6169.
S. 6741/2; Brambach 384 u. a. m. Leg(atus) leg(ionis) erscheint so erst im Sprach-
gebrauch des 3. Jahrhunderts z.B. Brambach 151 (Severus Alexander) C. VI 1454 (a. 222).

«) Z. B. C. III S. 6813; III 1457 und VI 1377; VIII 2582, 7977; XI 3364,
3367 u. a. m. Übrigens hätte Macro, wenn er später Pannonia verwaltet hätte,
wofür wir aber gar keinen Anhalt haben, dieses Amt nicht vor Haterius Nepos, nach
welchem er das Consulat bekleidete, aber noch viel weniger vor seinem eigenen
Consulat, wie dies Liebenam unbegreiflicherweise annimmt, antreten können.
49) Mit den möglichen Ergänzungen lautet sie etwa:

..................... F uf i]c i o C o r n uft o

..................sodali Titia]liFlavialileg.Aug.p[ro pr. provinciae

.............leg. Aug. leg......] quae est in Moesia [superiore (?)

..........leg. Aug. iuridico per As]tyriametCallaecia[m.......

5......(cura viae?) (Prätur) tri\b. pleb. candidato[ (Quaestur)

(Vigintivirat) trib. laticl. leg.....] donis militarib[us donato a divo

[Traiano bello Parthico coronis vallari et] murali vexillo a[rgenteo hasta pura
(Ignotus) procur. (?) imp. Antonini Au\g. Pii provinciae ]\I\ocsiae superioris(?)
[I. d.] d. d.

Für die Ergänzung ist vor allem festzuhalten, dass die Inschrift die Laufbahn
des Cornutus in umgekehrter Reihenfolge bietet: in Z. 2 ist eine Statthalterschaft,
in Z. 5 das Volkstribunat genannt; in Z. 8 kann sich also das Provinzialamt nicht
mehr auf Cornutus beziehen, sondern die Worte gehören zum Titel des Dedicanten.
Da der letzte Buchstabe M am besten zu M[ocsiac] sich ergänzt, wird auch der Zu-
sammenhang klar: Fuficius Cornutus wird während des Commandos der Legion in
Moesia [superior?] dein Dedicanten, der Procurator oder ein niederer Beamter des
Kaisers in derselben Provinz war, einen Dienst erwiesen haben, und dieser setzt ihm
zum Dank dafür die Inschrift, nachdem Cornutus vom Legionscommando zur Statt-
halterschaft einer prätorischen Provinz (Z. 2) avanciert war. Die Länge der Zeilen
lässt sich ungefähr aus den nothwendigen Ergänzungen von Z. 6 und 7 erkennen,
am Ende fehlen etwa je 16 Buchstaben, vorn etwa das Doppelte, so dass die Zeilen
einige 60 Buchstaben gezählt haben müssen.
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