Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 22
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1897/0030
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
22

(Köm. Mittheil. XI 1896, 252 ff.). Nach derselben war Fuficius Cor-
nutus, der noch mindestens ein anderes Nomen gentile geführt haben
muss,50) als Kriegstribun in Trajans orientalischen Feldzügen51) mit
dona militaria decoriert worden, war dann nach Zurücklegung der
unteren Stufen der senatorischen Laufbahn, der Quästur, des Volks-
tribunats und der Prätur. Juridicus von Asturia und Callaecia, dann
Legat einer Legion, deren Name nicht erhalten ist, in Moesia (superior
oder inferior?) und darauf Legat einer jedenfalls prätorischen Kaiser-
provinz, deren Name gleichfalls ausgefallen ist. Die Inschrift scheint
vor seiner oberpannonischen Legation,52) obwohl bereits unter Antoninus
Pius' Regierung, gesetzt zu sein. Das Datum des erwähnten Militär-
diploms wird daher dem ,1. 146 wohl näher liegen als dem J. 138.53)

VI. M. Pontius M. f. Pup. Laelianus Larcius Sabinus.

Cos. in einem der Jahre 144—146, Legat 148, October und
149 nach den Diplomen C. III S. p. 1985 und 1986.

Das Consulat führte er nach der Grabschrift eines Knaben, der
am 27. Februar des J. 143 geboren, IUI nonas Angustas Q. Mustio
Prisco M. Pontio Laeliano cos. gestorben war (Orelli 4719), bald nach
143. Da nun Statilius Maximus, dessen Nachfolger in der Legation von
Pannoma inferior Pontius Laelianus war, wie sich unten zeigen wird,
im J. 144 das Consulat bekleidete, so kann des Laelianus Consulat erst
nach diesem Jahre angesetzt werden, etwa von den späteren Monaten
des J. 144 bis 146; später als in das J. 147 kann es nicht fallen, weil
Laelianus bereits im folgenden Jahre an der Spitze des oberpannonischen

50) Es folgt dies nicht allein aus der oben ermittelten Zeilenlänge, sondern
vor allem aus dem Umstände, dass zwischen dem Gentile Fuficius und dem Cognomen
Gornutus die Angabe des Vaters und die der Tribus fehlt; diese sind also hinter
einem anderen vorausgegangenen Gentile zu ergänzen.

51) Nur an diese kann der Zeitverliältnisse -wegen gedacht werden; Cornutus
muss ein wenig älterer Zeitgenosse des Statilius Maximus Cos. 144 gewesen sein, der
als Trib. leg. IUI Scyth. die orientalischen Kriege Trajans mitmachte (C. III S. 10336);
die zwei Coronae, und außer dem Vexillum die Hasta pura sind für die Dona militaria
der Tribunen senatorischen Standes charakteristisch (vgl. C. XII 3107); die Zweizahl
der Vexilla und Hastae purae, wie sie sonst ebenfalls an tribuni laticlavii verliehen
werden (C. X 135; XIV 3612), ist hier durch den Singular vexillo ausgeschlossen;
{vexilla argentea auch C. III 1193; VIII 9990; IX 2849; X 135; XIV 3612).

5ä) Denn für die Ergänzung des Namens dieser Consularprovinz neben dem
einer zweiten prätorischen Provinz (falls nicht noch außerdem ein Proconsulat genannt
war) scheint der Baum nicht auszureichen, die Verwaltung einer prätorischen Provinz
nach dem Legionscommando ist gerade für die Zeit der Antonine durchaus die Regel.

53) Cornutus mag 140 oder 141 die Pasees geführt haben und als erster oder
zweiter Nachfolger des Haterius Nepos nach Oberpannonien gesendet worden sein.
loading ...