Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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heit eine völlig- regelmäßige:08) vor oder nach dem Commando der Leg.
V Macedonica im J. 195 war er Legat der anderen dacischen Legion,
der XIII gemiua,09) und führte in einer dieser Stellungen die Vexilla-
tionen des Exercitus Dacicus, entweder 193/94 gegen Niger, oder 196/7
gegen Albinus. Dann erhielt er, entweder 196 oder 197, die prätorische
Statthalterschaft von Pannonia inferior, die er bis zum Jahre 198 oder
Anfang 199 innehatte; wie alle Statthalter der kaiserlichen prätorischen
Provinzen wird er gleich oder bald nach seinem Abgange das Consulat
bekleidet haben, 199, spätestens 200. In Pannonia superior ist er wohl
der unmittelbare Nachfolger des Fabius Cilo Ende 201 oder 202 gewesen.
Wie lange er diese Provinz verwaltete, wissen wir nicht, keinesfalls
aber bis zum J. 209, in welchem Geta den Augustustitel erhielt.

XVII. [L]. Egnatius Victor [Lollianus.]100)
Cos. unter Severus, Legat im J. 207.

Liebenam S. 313 f.; Dessau Prosopograpbia II p. 33 f.

Der wahrscheinlich aus Brigetio stammende Altar (C. III 4364
= S. 11082, vgl. v. Domaszewski Westd. Zeitschrift XIV 1895 S. 37
Note 158) ist von dem Legaten Egnatius Victor am 9. Juni des J. 207
geweiht worden; seit die Revision des Steines ergeben hat, dass der
Beiname der Legion „Antoniuiana" erst später eingefügt ist, ist der
Anstoß, dass dieser Name nicht zu dem Datum auf der Seite des

S8) Die senatorischen Ämter vor der Prätur scheint er nicht bekleidet zu haben,
wenigstens fehlen sie in der Inschrift 7978; sowohl aus diesem Grunde als auch
wegen des von ihm bekleideten Priesterthums der Laurentes Lavinates, welches fast
ausschließlich an Ritter verliehen wurde (Mommsen Staatsr. III 568) ist es in hohem
Grade wahrscheinlich, dass Claudianus ritterlicher Geburt war und als Afrikaner (er
stammte aus Rusicade) von seinem Landsmann Severus in den Senat (wohl inter
tribunicios adlectus) aufgenommen wurde. Ob er freilich vor seiner Aufnahme in den
Senat ritterlicher praef. coh. I Bracaraugustanorum (C. III 1773) gewesen ist, wie
Jung Fasten S. 57 glaubt, muss als sehr zweifelhaft bezeichnet werden. Wie fehlerhaft
die Inschrift 7978 coneipiert ist, zeigt auch der Umstand, dass Claudianus in der Prätur,
die er wahrscheinlich 193 oder 194 bekleidete, als edmdidatus Atiggg. bezeichnet wird.

") Schwerlich kann er, wie Jung a. a. O. will, in dieser Stellung genannt
sein in der Inschrift C. III 953; zu den Kamen des Severus, unter dessen Regierung
ja das Legionscommando fallen muss, lässt sich der erhaltene Rest der Inschrift
nicht ergänzen.

lC0) Ob der oberpannonische Legat das Pränomen Lucius und als zweites
Cognomen Lollianus geführt hat, ist durchaus nicht sicher; denn die anderen Inschriften,
welche diesen vollen Kamen geben, beziehen sich zum Theil möglicherweise auf den
jüngeren Egnatius Victor Lollianus. Auch ist zu beachten, dass letzterer, wo die
Kamensform abgekürzt ist, nicht „Egnatius Victor", sondern „Egnatius Lollianus"
genannt wird (CIGr. 2870. 3516; C. VI 1405).
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