Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Zu griechischen Inschriften.

i.

Ich beginne mit Bemerkungen zu den von M. Frankel bearbeiteten
Inschriften von Pergamon. Mögen meine Beiträge dem verdienten
Herausgeber ein Zeichen des Dankes für reiche Belehrung sein.

Band I 7 ergänze ich Z. 1 rf^^v. v.ai [jwceöo[t —--^atpetv.

Zwar hat Frankel, der lirrooc liest, die Güte gehabt mir mitzutheilen:
„Das Sigma hat soweit an den etwas beschädigten Rand gereicht, wie
das Fascimile angibt; dass noch ein Jota dahinter stand, ist mindestens
a-oii der größten Unwahrscheinlichkeit", doch ist es mir von gleich
großer Unwahrscheinlichkeit, dass der Steinmetz in dieser Inschrift, die,
wie alle uns aus Pergamon bekannten, die Zeilen nach Silben theilt1),
mit dem Jota in die nächste Zeile gewandert sei. Ich vergleiche den
Eingang des von E. Hula und E. Szanto in Amyzon gefundenen Königs-
briefes (Bericht Uber eine Reise in Karien, Sitzungsberichte der Wiener
Akademie, ph. h. Cl. 132 II S. 2): Baot/.sü? 'Avuo/o; otpaTT^oX; Imtdpytxii;
jtsCöv Yfsu.oat [itlappot? öltpaucoTac«; xat zol<; ÄXXot? v.zk. und verweise
für die yj-j'sjj.övs; u. s. w. außerdem auf die Inschriften von Pergamon
I 13. 29.

156 Z. 11 erkenne ich statt mit Fränkel xat [§]t' a[p]eT[T)v? viel-
mehr 8]ia[t]et[^p7]iis und versuche für den ganzen Satz folgende Lesung:
£i:]ai[vsaa!. [liv rr(v jtö]Xtv rijv Ts'fscacüv Stöxi xat [(ji|AV7jT]a[t vt\% sl? 7j[j.ojv
TTj]v rJArJ olTteiÖTTjto? xal [§]ta['r]e,r.[rjp,i]xe] vrp o[ta&=atv (so Fränkel) yjv ts
rrps-Jsi x[a]t [Stxatjöv kam xat o[»p.xopov.

Zu 161 A Z. 1 to)i p][vi verweise ich gegenüber Frankels Bemer-
kung „ton ist von einer Ordinalzahl übrig", auf Iv twi {jltjvI rät SsXsd-
xetwi in einer Inschrift aus Uion Archäol. Zeitung 32, 155, iv zm [tvjvt
z&i HowpoTttot Dittenberger Sylloge 233 Z. 42 u. a. m.

Die ersten Zeilen des Psephisma 162, deren Ergänzung dem

') Dies hat Fränkel auch II 458 nicht beachtet, wenn er [ytXt'apyov 8k xa:
r'] | KupTjvauttj? [/.rfsüjvec, äfupoTep] cuv foy.voataffrnaMta tü>v fO(j.vaoiiuV schreibt;
die Ergänzung ist auch in anderer Hinsicht, anstößig.
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