Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 57
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245 A ist Z. 4 statt IjretSv) HepYapjvoi — <|>7jcptapcata xat TTpsaßsotä;
aitsataXxaatv jtpö; ventföv £]ve<rnjx.6ta>v jrpös MoftiXrjvaioo; vielmehr

[irspi tcöv l]ve<5T7]XÖt(üV zu ergänzen. In Folgendem ist Z. 10 f. 8^Xa]8Y) y.ai

§=S6y[i}ai twi Svmtm ^7]o(soK>]ftat EUpYapjVoü;---Ott augenscheinlich

verfehlt. Denn 8yjXa?7j ist dieser Zeit nicht zuzutrauen, vgl W. Schmid,
Atticismus I 184, II 305, III 335, IV 553. Es ist 8i' S] 8t) y.ai 8eS6xßai
tut SVjfuoi ä7ro7.p''vaa]&ai Ilspfapvqvöl? 7.tX. zu lesen.

Ebenda 245 C 46 f. gibt Frankel x[a]t w; jj jta-pttrjttx^ t[^]s /[ojpa;
nope]ta xal 8ta twv S77pa>.pü>[v sm t^; Stajvop.Tjs afültots üitö twv xpatoovttov
jtapexejt !8s8ot]o; und jcapexet gilt, so auffällig es ist, Br. Keil BerL
philol. Wochenschr. 1893, 394 und W. Schmid in seiner Anzeige von
Winer-Schmiedels Grammatik des neutestamentlichen Sprachidioms Gött.
Anz. 1895, 37 als sicher. Es ist also an der Zeit, diesen 'Vollbluthelle-
nismus' aus der Inschrift zu entfernen. Denn offenbar hat nur ein Wort
dagestanden: 7cotpe%e[xtüpr)t]o.

In der durch H. Usener Rhein. Mus. 1892, 154 vielfach glänzend
hergestellten Inschrift 246 hat sich Z. 58 f. einer befriedigenden Lesung
bisher entzogen. Z. 56ff. lauten nach Frankel: Iva 8s ta Tefevijfiiva
IjcitsÖYjAata twi ßaoiXel — lv.zo.rq — oitdp^fKjJt y.ai r{ [8t1 aöt]oö [jtsYjaXo-
[u.s]p[s]ta -pofcoöaa] uitö Jtavttov $-c<ö[v ^plv], avafpd^at xtX. Von anderen
Bedenken abgesehen, über die mich auch der „hochtrabende Servilismus"
der Phrase nicht hinwegkommen lässt, füllt [8t1 a5t]oö keineswegs die
Lücke. Auch Usener ist es nicht gelungen für den Satz eine befriedi-
gende Form zu finden. Nach langem vergeblichen Bemühen glaube ich
b~6 Jtavttov &ew[v ^ply aufgeben und, da man vor allein ein Verbum
vermisst, 6-6 xavteav ftswfpTjtat lesen zu müssen; in der That hat Fabricius,
freilich nicht ohne die drei letzten Buchstaben sämmtlich mit Frage-
zeichen zu versehen, OEß.HSA. verzeichnet. Also schlage ich vor:
y.ai vj [itap' aut]oö p-s-faXopipsia xpo[? vjp-ä::] öico jravttov {htofpTjtat. Man
vergleiche für p,ey<xXopipeia die S. 55 Anm. 4 angeführte Stelle einer
Inschrift aus Assuan und Z. 26 des Steines von Elaia; OetopsTv steht
in ähnlichem Zusammenhange in dem Psephisma der Magneten, das
Ath. Mitth. 1889, 51 veröffentlicht und mit meinen Verbesserungen (ebenda
1890, 294) jetzt in Ch. Michels Recueil d' inscriptions grecques 307
abgedruckt ist.

In dem Psephisma 249, das U. Wilcken PWEE II 963 (s. v.
Aristonikos) richtig verstehen gelehrt hat, ist Z. 21 nicht mit Frankel
to6? ts Iv ^Xtx(t)at[t] y.ai tod? vstütlpooc, sondern too? xs £vTjXii«c[<: zu lesen.

Den Beschluss zu Ehren des Gymnasiarchen Metrodoros II 252
scheint mir der Herausgeber an mehreren Stellen wenig glücklich be-
handelt zu haben. Ich setze Z. 4 bis 15 nach seiner Lesung her:

fypömasjv 81 y.ai bttaxsoTjs fjepfiiv SsncavTjv oö [tixporv | [ajvodiefcajtevo;
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