Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Inschriften 174 b 24, Le Bas Wadd. 407. 408 (Froehner Inscr. gr. du
Louvre 98), CIG 2671 Z. 45 und Dittenberger Sylloge 126 Z. 45 nach
der Ergänzung von W. Feldmann diss. Argent. 9, 129 Z. 16 lese ich
statt öji eis tov S^jjiov [4v8pa]Yadwtt dem Baum entsprechend [«piXajYafltai,
vgl. 252 Z. 27 irfi slt; toö<; jcoXitas cpiXocfarHac;8) und vorher statt sjju
Tcdaats Talg [aup.cpopa?s doch wohl tat? [äp^ats. Auch ziehe ich vor statt
mit Frankel |jtai[vsoai — — — ou laotöv jrapJso^Tpcsv su. rcäaais täte
[aoji'f opai? xp^ötftov rijt te äperTji jcaji tt/. =1; röv Sijjiov 7.1X, vielmehr I»' fti]
lo^vptsv ip. jtäaa'.? tat? [ap-^als äpsrrji xal SoMuoaövyjt xa]i -/.tX. zu schreiben.

Die historisch wichtige, leider traurig verstümmelte Inschrift 455
ergänzt der Herausgeber: '0 or^o; EjtijiYjaev — —dp^oo xaraoTa[ä£vT«
orpa'OjYÖv sv] tüh auvatcom [rcoXe[J.(iH. awaavra r^v aicjoXeupdeiaav uito [MiS-pa-
SoEtgo ouaiav sv xvjt a]xpo7c6Xet xat covnjfp^aavra cPü)[i.a{ot<; jcäaav] jc(attv aec
ojs t-g au[77.Xfjt:u)i Ttst^ap^oövxa kz\. Aber Frankel irrt meines Erachtens,
wenn er Z. 4 f. 'deutlich' von der Sicherung der auf der Akropolis
zurückgelassenen Güter gesprochen meint. Ich bin überzeugt, nicht von
zurückgelassenen Schätzen oder Kriegsmaterial, sondern von einer
tppoopdc war die Bede. Außerdem ist die Lesung Z. 6 A EI9. S rjj
aoj[-pd-/ji:(tii höchst anstößig; sie nöthigt Fränkel zu der unbegreiflichen
Abtheilung oolpcX^Ttot und der sonderbaren Ergänzung i»c — rceiftap-
ypövm. Selbst wenn die Zeichen wirklich so auf dem Stein stehen
sollten, wie sie die Zeichnung gibt — das Original ist noch in Per-
gamon —, hätte A EI 9 - verworfen und A E 1 919) erkannt werden
müssen. Also a&w« c-yjc 6|[irop)jo6oTjc äeX. Eine Herstellung und Erläu-
terung der bedeutsamen Inschrift gebe ich an anderem Orte.

Es folge eine kurze Bemerkung zu der merkwürdigen Chronik,
von der uns drei Blöcke (613) nur zu geringe Beste erhalten haben.
Um den Anfang des umfänglichsten Stückes A hat sich Fränkel mit
Glück und Scharfsinn bemüht. Nur an einer Stelle scheint er mir sicher
nicht das Bichtige getroffen zu haben. Er liest: oovfeta^sV (? dafür wird
man gerne ein anderes Wort suchen) !A]pyjla? [jrpotav]s[i]<: appetada:
rfjs rc6Xs<ü{ xat'] I'to? Ixaa[t]ov xat jrpüjtos «tpotfaveoev Apy{]a? xal Ii
sxeivciD p-eypi vöv 5tpOToE[vetc eivat] 5iatsXoö<3tv. Für xporavetc slvai wird
jrpDTa[vEü6ij.evot! StaTsXoöoiv (sc. üepYafnjvoQ zu lesen sein, vgl. z. B.
Paus. 1, 3, 3 von den Athenern: oj; Ii sxstvoo (sc. fhjo&uc) Sijjioxpa-
TOÖp.evoi Stajj.E'lvaiEV.

Am Schlüsse der Grabschrift 591 heißt es: tootoo ivtifpa^ov ijts-
tsSk] .... ov eis to ev IIsp[Ya(JWp äp^sljov. Fränkel liest £r]eöv und that-

8) So auch in einer Inschrift aus Paros 'Afl-^v. V, 30": si/.ayäö'ui; rcp&s te
Toi>{ noXixa? xxX.

°) ä^icu; ist auch verkannt in dieser Zeitschrift 1893, 15 SJCiTtXs'savra xöv äyüjya
«rüus T7j5 Ttaxotoog y.a; xwv 0-eüiv.
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