Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 62
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Z. 3 w$] y.a|Xöv] ts y.ai Röhl. Zu Ende der Zeile: c?j<; rcapdt toi?
rcoXvcais [Ijcupotvoös ttp-Tjc. Für meine Lesung vergleiche man CIA II46545:
ifjv Trapä toi? TtoXCta'.? so<p]|i.tav; 86£av xai eu[<pY][iiav Hula und Szanto,
Bericht über eine Reise in Karlen S. 73, 3 Z. 5 (in der nächsten Zeile
ist Ti](J/7jc statt lrci<3Tirj]|j.7]s xat 7cpo{J.7]äxa<; zu lesen); CIG 2335 = Hicks
Historical Inscriptions 204 Z. 38; BCH 1894, 97 (Delphi) sv ivvöfuo
exa&qsux eocpajMj'&eVTOi; 'Ap^eXdoo y.tX.; Fouilles d'Epidaure I 75, 235:
Tevojisvou eü'i7j[j.ia!j.0d 5rc irXetövow. Sehr bezeichnend für den Schwindel
ist LeBW 1382 (Aspendos) ijEiSeSwxdta eis afßva fOfJivtxov — S^väpta
tpiayjiXia xai el? eoicrjpwv ewtXTjcjuxv ■/aptaap.svov iäjjtov x-cX. Ich erinnere
auch an Ircißoäv und Im^oTjats s. Reisen in Lykien II S. 121 u. s. häufig;
Dion von Prusa 40, 29: imßoYjoecs — \ssxd luaivou irfvjp.svai y.a? koXXt];
sö<p7j[i.tds. Dagegen xxiaßoifjasis in der von Hiller von Gärtringen auf
Thera entdeckten Inschrift Ath. Mitth. 1896, 256. Für die Acclama-
tionen, wie in der Jobakcheninschrift Ath. Mitth. 1893, 267, den In-
schriften von Chalkis Ath. Mitth. 1881, 167 (II 149), 'Afojvä I 311,
Mylasa BCH 1894, 545 f. (zu Ende) und Puteoli IGSic 830, ist auch
der Roman des Chariton von Aphrodisias lehrreich (I 1, 11, III 4, 15,
V 3, 3, VI 2, 2, VU 3, 10 f., Vm 7, 2. 3. 8, 2. 13).

Die Lücke Z. 6/7 füllt Waddington folgendermaßen aus: h x&i
c/.'(öyn twv ävSpwv fsvo[JLSv[a)i rcaplaanjoas, und diese Ergänzung, so unver-
ständlich sie ist, hat noch jüngst (Inschriften von Pergamon II S. 185)
Glauben gefunden. Röhl versucht ebenso unglücklich, auf Grund seiner
Lesung, yevöp.ev[os at^XTjv ajvacrqaas. Ich erkenne in den Zeichen
THEAS, deren drei letzte wie das N zu Anfang von Röhl als be-
schädigt bezeichnet werden, mit Zuversicht T H £ A E 12), in N : AI,
gebe also — aanrjoas, das jeden Sinnes bar ist, auf und gewinne in
TsvojiivjVj; avafjfsXijas t^d[8e]- 6 S'/jp-o? y.tX. die, wie ich glaube, einzig
passende Bestimmung.

Ich reihe hieran einen Beitrag zur Lesung der Inschrift aus Knidos,
die Inscr. Brit. Mus. IV 1, 794 veröffentlicht ist. Nach G. Hirschfelds
ausdrücklichem Zeugnisse sehr beschädigt und schwer zu entziffern,
enthält sie ein verstümmeltes Psephisma der ä.r.6 vr\z olxoop,eV7j« afrXYjtal
und ihrer haaxixai zu Ehren des früh verstorbenen Knidiers Eubulos,
und darüber einige sehr verstümmelte Zeilen, in denen ich Reste des
Begleitschreibens erkenne, mit dem jenes Psephisma den Knidiern zur
Kenntnisnahme und zur Aufnahme in die Archive der Stadt über-
sendet wurde.

•2) OIAE liest Dittenberger für 0 I A S Sylloge 279 Z. 8.
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