Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Traiana ist dieser Stein wenigstens einigermaßen datiert. Jedenfalls
irrt B. Barth, wenn er in seiner ungeschickt angelegten und schon zur
Zeit ihres Erscheinens vielfacher Berichtigung bedürftigen 15) Dissertation
De Graecorum asylis (Straßburg 1888) S. 68 Berge das Asylrecht erst um
die Mitte des dritten nachchristlichen Jahrhunderts ertheilt glaubt. Nach
den erfreulich reichen Inschriftenfunden der letzten Jahrzehnte wäre eine
neue umfassende Behandlung des Asylrechtes sehr angezeigt.

VI.

Eine Bearbeitung der Briefe hellenistischer und römischer Zeit,
eine Geschichte des Briefes überhaupt wäre längst erwünscht. Von den
Kaisern hätte Hadrian für sich allein Anspruch auf eine Sammlung, an
die zugleich passend eine erneute Erörterung seiner Reisen anzuknüpfen
hätte. Zwei seiner Briefe, die auch in dieser Hinsicht von Wert, aber,
soviel ich weiß, noch nicht hergestellt sind, glaube ich durch gesicherte
Ergänzungen verständlich machen zu können. Es sind die beiden
Schreiben, die der Kaiser an die Astypalaier gerichtet hat1G) und die
sich auf derselben Stele eingezeichnet finden, die den bekannten Brief
des Augnstus an die Knidier trägt, veröffentlicht von M. Dubois BCH
1883, 405 (vgl. ebenda 62).

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utös •9-soü Nepooa ultovös Tpatavöc [cASptavöc
X5ß«cs"6c ap^iepsö« [lÄ'i'.noi Srjftjap^wäjc
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Tpaiavo; 'ASpjtavöi; Eeßaaftö?

5 ap^'.spE'jjs fjiy.OTos S[t][iap^i-

15) So ist z. B. für Tripolis in Phoenikien S. 62 nicht einmal die Inschrift
CIA III 622 beigebracht.

1G) Ein dritter Brief BCH 1891, 630.
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