Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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meiner Ergänzung ic]oXXaxt<; tv] jtöXst el? cot? /psta; tcöv xaipüv xs^apia-

usvov xai arpo^pyjaets y_p'/j[|xaTa)v--]voo;, jreiror/][jievGV 81 xai?] sv geito-

Sstat? TOxpajrpfltoei? airao oux bX'jyov 6^>aip[oö]v[Ta oder usa'.pwfp.svov r?jc sv
r?) ayopej Tip;?];?24) atoav ts] Ix twv iSiiov lv rjj ifopcj S'.-X"?jv xarsaxsuaxöra.

In dieser Zeitschrift 1891, 24 (Tomi) Z. 22 SoSijvat 8s aötöis otco
toö S-/]p.oa xai sl? aicapxvjv xc/i aüvoSov ^poaoö; tsooapa?, TjapaTupaO-TjVai 8s
aoTOt? ut:o twv ap^övtwv sv Tip Xip.svi t6V. sffl' Espsw 'Apiaio'^avoo.23) Der
Herausgeber verzichtet gleich seinen Vorgängern auf eine Erklärung
für acap<wtpaä"?jvat; sv tw Xiuivc -/.tX. deutet er „der Markt oder Hafen,
der unter dem eponymen Priester Aristophanes fertig gestellt wurde."
Ich vermuthe vielmehr, dass die rcapcwrpaem; für den Hauptmarkt, „die
Messe", des kommenden Jahres,28) dessen Eponymos schon bestimmt war,
angeordnet wird. Über Xipy/jv gleich afopa siehe 0. Hoffmann, De mixtis
graecae linguae dialectis p. 27, Griechische Dialekte II 226.

Wie hier srapaTtuüpaaxo), deute ich auch rcapancoXsu). Das Wort,
das in unseren Sammlungen bisher ebenfalls fehlt, begegnet in einer
erst in der TLaksfleveala vom 11. März 1894, dann durch M. G. Dimitsa
in seinem Werke MaxeSovux S. 270 veröffentlichten, sehr beachtenswerten
Inschrift aus der Lynkestis. In ihrem zweiten Theile heißt es: IlaöXoi;
KaXtSio? (so statt KaiXCStoc) <I>pöv-ü)v aifopavopvirjejas — — — apfüptov
sjaSoo? i-fl rcoXi el? ositoD «Yopaoiav, asltov sv arcavsi ftapaitcoXVjaai; xtX.27)
Auch in dem Psephisma aus Maroneia, jetzt im Louvre, das in den
Melanges d'archeologie et d'epigrapbie von Dumont-Homolle S. 444,
HO*8 und früher BCH 1881, 88 veröffentlicht ist, möchte ich dies
Wort vermuthen. Ich lese Z. 5 r?j]? tip-rj? ercißaatv Xaßo[6oT)? 28) statt mit

24) Für den Ausdruck vgl. z. B. Grenfell, An Alexandrian erotic fragment and
other Greek Papyri, Pap. 18", 23n.

25) Mit Sicherheit zu verbessern ist Z. 6 ff. t&v oe Biet r)jv yevojiivYjlv itoXsJp.wfjV
-EpL^totaiv xai zä; äpsmsriot; uvi] ouvauiveuv tpuXctooetv tTjV Karpioot. Wie soll der Krieg
die Bewachung der Stadt, auf die man sich augenscheinlich beschränken muss, ver-
hindern? Es ist Xoi]|ux-j)V r^oiz-azv/ zu lesen; vgl. Xonux-j] v.ö&iz:^ IGIns. I 1032.

-°) Dass die eponymen Priester Sarapion, aus dessen Jahr dieses, und Theophilos,
aus dessen Jahr das zweite Psephisma stammt, nicht unmittelbar aufeinander folgten,
also für Aristophanes nach Sarapion Platz ist, zeigt Z. 34 ff. Siso'jXez^av rJjV iro'Xiv
eu>? toü änoxctTaiTaiKjvai tov Snuov si; ßeXtü>va( IXittia; xai ri Sofliv EautoT; ei;
u.-rj.oy'r^ rcapä r^; nöXeio; a&£moavTS( v.aS-' Exastov eviauxöv 5'uougiv xtX. Die
Kriegsnoth dauerte also mehrere Jahre.

27J Im Folgenden ist f'jivm-iaoyq-jct^ i-o5-?E;yp.Evo;, wie die Abschrift gibt,
ein durch die vorhergehenden Part. ao. veranlasstes Versehen für you,vaoiap)(Y)C. Der
erste Theil der Inschrift bedarf noch der Erklärung und Ergänzung.

28) E-ißastv Xajißavsiv vom Steigen des Preises wie a'jq-^oiv, iitffioatv, Kooxoirnv
Xau.ßavs:v; auch uipaipsoiv Xajxßdveiv in einem neuem Bruchstücke der von Heberdey
und Kaiinka erfreulich vervollständigten philosophischen Inschrift von Oinoanda
BCH 1897, 375 und 413.
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