Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 78
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Ts KXsjavSpoo xai Ap.6xXa] Aaxe8atp.ov£(ov (die Ergänzung der folgenden
Lücke bleibe dahingestellt), toö piv bwcspuJjaVTos t^v [aTcoijxuxv, toö AjmS-
xXa, KXeävSpoo 8[? a-fa^vco;. Demnach wird auch Z. 3 statt pixP1:
«Ttö EXeavSpou (oder tf(? arcö KXe<£v8pou?) einzusetzen sein; Eleandros
gehört an den Anfang, nicht, wie die Herausgeber S. 43 und 46 erwarten,
den Schluss der ganzen Genealogie. Z. 5 wäre man versucht \i.sy[ji
'Av^t^äpoo? zu vermuthen; dieser hätte danu in die Nachkommenschaft
der beiden Söhne des Likinnios Thoas aus seiner Ehe mit Flavia Pia-
tonis, die auf leider noch fehlenden Blöcken verzeichnet war, zu rücken.
Ob diese Vermuthung zutrifft, werden die Kenner entscheiden; für
Deutung und Herstellung der Z. 6 f. habe ich zur Zeit keinen völlig
einleuchtenden Vorschlag vorzutragen. Dass aber Z. 1 nicht r/}? v.al
cIe]-patixijc, sondern (was doch ungleich näher liegt als jener Beiname)
Ktßo]parae?i<; zu schreiben und diese Frau mit der II 35 genannten
3>Xaoia IlXatwvtc, Tochter des 4>Xdü'.oc AptoToxXT]? Ktßupäojc, zu identi-
fizieren, Z. 2 also Tvj£ fa.<si-q&='.^rl^ Aixivvka] 86avct zu lesen sein dürfte,
will ich nicht unausgesprochen lassen: so erst wird die ganze Familien-
geschichte und die ganze Aufzeichnung, auch die Aufschrift reveaXofta
7j lrcr/ü)[pta oder sTriytüfpio? 7.tX. verständlich.

Selbst wenn im Einzelnen noch Zweifel bleiben sollten, als gesichert
und allgemein bedeutsam ist festzuhalten, dass Amyklas und Eleandros,
Lakedaimonier, als Gründer von Kibyra erscheinen, während die Eiby-
raten sonst als owrofcivoc AoScöv twv xarao^övceov rijv KaßaXtSa ( Strabon 13
p. 630) gelten und Kibyras, Marsyas (Steph. Byz. 597) Bruder, ihr
wiavrfi heißt. So ergänzt man denn auch die bekannte Inschrift aus
Puteoli (Kaibel IGSI 829) folgendermaßen:

;H EißopatcBv icöXi? äwcoixo; A[o8tov emoe xal

ooYTfevl; 'A&TjvatcüV xsa tp.[X........xai

otur/j roö xoivoö rä? 'BXXdSoc [£v ta1.; p-aXtara
lv56|ot<; ooaa xal p.sY<xXat<; [tyj? "Asw.; jcäXs-
aiv 8td ig "fsvo? TEXXrjVtfxoV xai 8>.a r/jv
Tcpö? Twp.aicDc Ix jcaXaioö a>t[X(av xai sövoi-
oev v.tX.

Auch in dieser Inschrift pochen die Kibyraten auf ihre hellenische
Abstammung; zu derselben Zeit nennen sie, wie die Genealogie zeigt,
den Lakedaimonier Eleandros ihren Oikisten, und Z. 1 sollen dieselben
Kibyraten sich als äjraixot A[u§wv bezeichnen? Vereinigt die Stadt in
jener Zeit des Panhellenions nicht vielmehr die denkbar stolzesten
Titel, wenn sie sich Sjrotxo? A[a-/.soatpov!(öv oder A[axd>v«cv —• dies
scheint der Kaum mehr zu empfehlen — xal oo^fsvc? Avhjvaiwv xal
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