Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 79
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<pt[Xop<6{i,aioc — denn so glaube ich ergänzen zu müssen31) — rühmen
darf? [Die glückliche AViederherstellung erschließt vielleicht das Ver-
ständnis der mit dem bekannten lakedaimonischen Typus übereinstim-
menden Felsenreliefs der Karalitis. welche die Dioskuren und Helena
darstellen, Reisen im südwestlichen Kleinasien II S. 168 ff. Cultüber-
tragung aus Lakedaimon durch Apoikie würde das räthselhaft isolierte
Wiederauftauchen des Typus in jener Gegend am besten erklären. 0. B.]

XII.

Am Schlüsse eines Psephisma aus Astypalaia BCII 1892, 139
über die Aufzeichnung der Proxenoi liest man t68e tö ijrrjtptojtot s'So^s
TcdaatCi Legrand meint tpoXat? hinzudenken zu sollen und Larfeld BJB
Bd. 87, 281 scheint zuzustimmen. Sicher mit Unrecht. Es ist rcataaig
<|>Vj(pois zu verstehen. Die Weglassung des Substantivs ist in dieser Ver-
bindung ganz gewöhnlich: ich führe nur aus Lukians At<; xaTYj'jföpoöp.evos
an 18 (als Ergebnis der Verhandlung) jrdoau; :i{ 'Axa8i(]{tla xpatsT rcXvjv
[uäQ- 22 itaoat? vj TISov/j vgl. 32. Und am Schlüsse zweier Psephismcn
der Juden von Bercnike steht CIG 53Ö132) und 5362 der Vermerk:
Xetr/.ai rcäoat'. Auch sonst wird bekanntlich in griechischen Inschriften
Zahl und Verhältnis der Stimmen, mit denen ein Beschluss zur Annahme
gelangt war, hie und da angegeben; da die darüber vorliegenden Zu-
sammenstellungen (Swoboda, Die griechischen Volksbeschlüsse 12,
Hiller von Gärtringen Ath. Matth. 1894, 12, Dittenberger, Inschriften
von Olympia 110) keineswegs vollständig sind, wird es erlaubt sein,
hier auf die Sache zurückzukommen.

Es empfiehlt sich zunächst die Inschriften auszusondern, die Ab-
stimmungen in gerichtlichem Verfahren verzeichnen. Es sind:

CIA II 778 B = 825 ii Sixaaojptov ^ a-oi r, atotx&.v]' tüv <p7j<p(ov
al TSTpujn]uivai33jII- ai U &fomt HBHP AAA AI* HU; vgl. 822. 823.

Inschrift aus Eresos, zuletzt abgedruckt in 0. Hoffmanns Griechi-
schen Dialekten II S. 77 ff. A 30: 'ESucdEoJh]- bxTaxösiot bfSoTjxovta ipel?"
arco Taütav ä^sXuaav IVra, al 8e aÄ).a'. xaceSixaoaocv.

Inscr. Brit. Mus. 299 (Inscriptions juridiques 10) Entscheidung
knidischer Richter:

31) |Wie ich erst bei der Correctur bemerke, hat W. Drexler, Jahrb. f. class.
Philol. 1894, 329 ebenfalls an ftXopiup.otioj. »iXdxcuaap oder ipOuooejiaaTOS gedacht.]

M) Jetzt in Toulouse, vgl. E. Boschach, Catalogue des musees de Toulouse
97 n. 225.

32) Vgl. A. Körfcc, Ath. Mitth. 1896, 450.
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