Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Schrift als richtig erwiesen43); die Frist stimmt mit den gleichartigen
Vorschriften CIA III 73 Z. 20: arcö -pva-xecov ißSojiaiav, 74 Z. 5 sv.
täv fuvawt^wv 8tä Itctoc rj[Aepfi>v Xooaapiv7]v [xataxe'faXa. Über das Wort
xaraji^vta K. St. Kondos, $iXoXoYaat Ttapanrip^osi? 157.

3. Sowohl A. Joubin wie Th. Reinach haben bei ihren Bemer-
kungen über die Bauten der Antonia Tryphaina an dem Isthmos von
Kyzikos REG 1893, 8-und 1894, 45. 48 ein Denkmal Ubersehen, über
das Lolling Ath. Mitth. 1880, 388 leider nur vorläufigen Bericht erstattet
hat. Es ist dies eine mit Reliefs und Inschriften geschmückte runde
Basis, die, wie der Finder mit Recht vermuthet, einst an dem Hafen
aufgestellt eine Statue des Poseidon trug. Da dichter Schmutz den Stein
bedeckte, hat Lolling eine befriedigende Lesung und Umschrift nicht
zu geben vermocht. Auch ich kann, ohne in umständliche Erörterungen
einzutreten, den augenscheinlich mangelhaften Abschriften einen gesi-
cherten Text nicht abgewinnen. In der Inschrift der Hauptseite (nach
Lolling) sind die Namen der Antonia Tryphaina und ihrer Kinder
deutlich; ist einmal die Beziehung auf die großen Bauten erkannt, von
denen das von Joubin veröffentlichte Psephisma44) und die Inschrift
des Architekten Bakchios45) spricht, so ist es leicht Z. 2 in twv EYIEII:
tiöv Eö[petrc<üV zu finden40) und Z. 3 rTj]? Xl^yrji ex z&'t tSfoiv ä^oxat.
azrp . . zu lesen. Das Epigramm der Rückseite, dessen Herstellung ich
Glücklicheren überlasse, handelt gleichfalls von den Canal- und Hafen-
anlagen, die Kyzikos wieder zu einer Insel machten, erwähnt an zwei
Stellen die Eopemoi, die in Kriegszeit verschüttet durch Antonia herge-
stellt wurden, und wendet sich schließlich an den Gott, der ESpetowov
lypo? a[i.<poT6p<ov am Meere sein Standbild erhielt. Das Denkmal, das
unsere Überlieferung über jene Bauten so erfreulich bereichert, ohne
bisher nach Gebühr gewürdigt zu sein, scheint leider verschollen;
wenigstens ist meine Erkundigung in Constantinopel — dorthin sollte
es 1880, wie Lolling vorsichtig sagt, 'über kurz oder lang' geschafft
werden — vergeblich geblieben. Hoffentlich regt diese Bemerkung, die
sich mit Absicht darauf beschränkt, in Kürze die Bedeutung des Steines
festzustellen, zu weiterer Nachforschung über sein Schicksal an.

4. Die Fluchformel am Schlüsse einer Grabschrift aus Parion
scheint E. Legrand BGH 1893, 551 nicht erkannt zu haben. Die ersten

i3) Ebenso ist Z. 4 r^ioa.^ x statt H zu lesen.

■u) Z. 7 f. Ta te 0(yrx<uo9eVTa tu>v Eäpst-iuv [-pdiEpov o&ßo;; rMdpou vjj toü EtßctOToS
Guvavotyvoooa eifnjvg. Eine Bemerkung zu Z. 23 s. oben S. 68.

Tffi Xuivrig v.at tüjv Siaip'jyujv xal rijj htoixooo|jua( tü>v itpoxstpivujv /miiemov xtX.

40; In dem vorhergehenden Worte könnte allenfalls o]6[vxs)ru>]o|ji*,V stecken.
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