Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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CIG 2152 b (Böckh Kl. Sehr. IV 519; Le Bas, lies 1609) vorliegt, wird
(abgesehen von anderen mir zweifelhaften Lesungen, deren Erörterung
ich meiner Sammlung der euböischen Inschriften vorbehalte) Z. 4 f.
im Archäol. Anz. 1890, 141 folgendermassen mitgetheilt: Swcaorat
SeScxdcxaai irap1 •/)jj^elv xaXäK xai är.oXoüä'cos to7.c v6(iä[ie irjavra iceicoi^xaaiv
ä[XXa Jrpjö? toü ttj<; jcarp^Soc al'.uip.oto? xoti toö r/jc rcoXsa»; '/jp-wv [isys^ouc-
Statt des unverständlichen ä[XXa rcpjöc ist sicher &[£üö]<; einzusetzen.

23. In dem Eide der Drerier Mus. It.1 III 657 ff. lese ich den
Fluch Z. 39 ff. ISöXXoo&at aötös ts xai /py.a cajidt y.al [ti^ts (tot yötv
jcapjtöv tpspsv [p.^ts [tot "(Juvalxa? eI%ts]v xara ^6[aiv [n^te] jeäpata d. i. die
Herden als der wesentlichste Besitz, vgl. Büchsenschütz, Besitz und Erwerb
208. So heisst es in dem Eide der Amphiktionen Aisch. 3? 111: pjts
rj-?jV -/.apTtoüc ccspsiv p.7jTs '/uvalxa? rfxtsiv yovsöijiv soixota. äXXä tspara. p.rjol
ßoajdjp-a'ca y.ata tpoaiv i'&vä? rcoiefoäm.

24. BCH 1886, 179 veröffentlicht G. Cousin folgende, rechts ver-
stümmelte Inschrift aus Thyrrheion in Akarnanien: MF XF HF und
bemerkt: „La grandeur de la somme, montant de comptes, donne une
id6e de l'importance de la ville". Dittenberger sagt CIG Sept. III 1, 488:
cVidentur a dextra, ubi lapis fractus est, signa AFI-IUI perisse, ut
16666 drachmarum et quattuor obolorum summa, i. e. quinquaginta
milium drachmarum tertia pars, perscripta fuerit'. Aber der Stein ist
augenscheinlich eine Rechentafel, gleich der von Salamis (Khangab6 Ant.
Hell. II 895 Taf. 19), Athen (AeXtfov 1888, 175) und Eleusis (U^aysivA
1884, 74) vgl. Böckh Kl. Sehr. IV, 497, B. Keil Hermes 1892, 645.

25. Die Verzeichnisse des Cultuspersouals von Olympia, die jetzt
in Dittenbergcrs trefflicher Ausgabe vereinigt vorliegen ('Inschriften von
Olympia 5S bis 141), tragen meist die Ueberschrift Atöp oder Aiö;
Upa. Im Hinblick auf Baus. V 15, 10, der gerade die auf jenen Tafeln
verzeichneten Beamten als bei den monatlich auf allen Altären der
Altis dargebrachten Opfern betheiligt nennt, liege es nahe, sagt Ditten-
berger S. 138, eben Listen des Personals jener Monatsopfer zu erkennen.
Dagegen mache die erwähnte Ueberschrift bedenklich. Nicht weil viele
von jenen Altären anderen Göttern geweiht waren — denn die Benennung
a potiore sei ganz unanstößig —, wohl aber weil man nicht begreife,
mit welchem Rechte gerade jene Monatsopfer als die des Zeus bezeichnet
worden sein sollen, im Unterschiede von anderen, die darauf mindestens
denselben Anspruch hatten'. Ich glaube, die ganze Erwägung geht irre,
denn sie verkennt die Bedeutung der Ueberschrift. Diese redet über-
haupt nicht von Opfern, sondern bezeichnet einfach die Inschriftstelc
als Upa Aide, als Anathem und Eigenthuin des Gottes. Ganz so trägt
die Stele mit dem Verzeichnisse und den Psephismcn der Dionysiasten aus
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