Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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suTCopTjoaV ^pT.;j.7.-ü}v spö; rijv ttöv Aazcoviov ßoYj&siav. Wie die Worte
o&sv söitöpKjoav ypTj^-tuv zu verstehen sind, hat v. Wilamowitz mit einem
Verweise auf Philochoros' Bericht schol. Pind. Pyth. 7, 9 dargethan: die
Alkmeoniden erhielten nach Abschluss des Contractes einen Theil des
bedungenen Preises als Baufonds und verwendeten diese Gelder zur
Anwerbung des Freicorps wider die Peisistratiden. Den Folgerungen,
die sich aus dieser Deutung, der einzig zulässigen, für das Verhalten
der Alkmeoniden ergeben, steht Pomtow S. 123 ablehnend gegenüber,
von anderen Gründen abgesehen, weil die für spätere Jahrhunderte
durch Inschriften bezeugte Sitte, den Unternehmern bei Abschluss des
Vertrages eine erhebliche Summe auszuzahlen, nur mit größter Vorsicht
zu einem Rückschlüsse auf die Gepflogenheiten des sechstön Jahrhun-
derts verwendet werden könne. Aber gerade solcher Brauch pflegt sich
nicht zu ändern1"): so bezeugen ihn auch zwei Geschichten, die sich auf
Phalaris und Theron beziehen. Sie sind nicht, wie man erwarten
könnte, in den zweiten Oekonomika, sondern in Polyaens Strategemata
überliefert. Ich lasse die Texte mit wenigen Bemerkungen folgen.

V, 1: QöXaß'.c 'Ay.poqavüv&i; tsX(&vr]c tmv jroXtxwv xaraay.soäcsou ßoöXo-
pivojv Atös IIoXiswc vscov aTto Stay.oaicov TaXävrojv2) im it\$ axpas ax;
7t£-pwSoDc xai csTspsioTaTY]?3) y.ai aXXcöc oaiw? av l'/ov iv u^Xoto/uj) xov ■8-sov
-.SpuGaaS-a'., aö-co? U7csa-/stg toö sp^ou sTC-ararr]? av Ysvyjtat y.ai f-ö? apiarouc
•zv/y'.iac, sjs'.v4) xai ttjV oXrjV XuaueXcö;; rcape£s:v %cd tcöv ^pTjp.d'rojv aacpaXsic
s-f/or^a; owasw. sTciaTSDasv o §7jp.o? 8ia töv teXcov.x&v ßiov lp.7rst.piav twv
to'.o6-cüv Ivovct. /.aßwv 8yj xä y.oivä ^p^|taTa ttcjXXoü? u.sv p.'.a&oöi:at. Jsvooc,
-oXXgö? 8s wvstxat 8=ap.a)t;ac. 7t&XXr(v 8s üXvjv ei? rf)v ay.pav avay.op.iCs!. XiO-wv
4'jXwv at8v]p&t). Durch eine List erwirkt Phalaris sodann die Erlaubnis,
die Akropolis mit einer Mauer zu umgeben, und 0sop.ocpop!cov ovtwv

!) Vgl. Homolle BCH 1890, 4621

2) Vgl. Herod. II 180 'Ajj.oiy.Tuovouv ?e p.'.39-u)3avTcuv tiv iv AeXooTsi vüv eo'vxa
VTJÄV Tpnjxootwv xaXävTiuv iispYa-aifl-a'.. Plut. Perikl. 12 vaobj xcXiotaXäVTOo;;

3) Vgl. dazu die Verpflichtung wegzuräumen, bis fester Baugrund erreicht ist,
in der Urkunde des Baues der Skeuothek CIA II 1054 iDittenberger Sylloge 477)
Z. 8 tö aXXo ävaxa8apa(j.evo; lit\ tö atsp'.o&v aTpujjj.ar.sT v.tX.,- Fabricius Hermes 17, 562.
Ferner CIG Sept. 3073 (Dittenberger Sylloge 353) Z. 64 eäv ok d toito? avaxaö-a'.pö-
ulevo; p.aXay.ö? eöpisxvjTa:, npo^Tpuias'. xtX., Eph. epigr. II p. 5, Fabricius de arch.
gr. 58. Dazu in der Bauinschrift aus Troezen BCH 1893, 116 II Z. 16 iize: p.aXaxöv
y.aTEsävr] tö yu>[ptov.

Nebenbei, es ist meines Wissens noch nicht bemerkt, dass das räthselhafte Wort
outt) CIG Sept. 2477 auf diesem troezenischen Steine wiederkehrt Z. 41: oc&Xßv
spfiasato? no\ Tä: Sutai. Meister, Sachs. Berichte 1891, 7 deutet einleuchtend unglücklich
„Hülle", „Kleidung". Sicherlich bezeichnet outt; eine bauliche Anlage.

4) evspyüiv zeyryhats ixavoT? xaTa ttjv ■ziyyr-i, Bedingung in Lebadeia Z. 14.
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