Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 99
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iTO&ljievoc xoüc irXEtaxoi)? xöv SlvSpwv äjroxtetva; fovaixöv xat Jcat'Swv xöpio;
xaxaaxa; sxüpavvYjas xfj; 'Av-pafavtiveov jcöXeojs.

VI, 51: ©Vjpcov 'AxpaYavxIvo? 5opo<p6pooc u,iv lytov Iv aitopptjxq)
jcapsaytsuaauivoo? , yvp7]p.äxcüv 51 oöy. sorcopräv Jtpö? xäc ;j.;a\>oooa[a;51, xr];
iröXecos ''A/ö-Tjvöt pjEfaXoitpeirij vaov ifeipoöar^, steigt, yor^o-y. h tat?
spyasla'.s SisxXeTrxsxo, Ijcstasv a&pöav IxSoaiv jtot^oaodat xoö veco -/.cd Xaßslv
1'fpYjta; ä^io^psous6) xal äpiaat rcpodeajilav Iv vj xg Espöv oavtEXsatHjaexat.
I5"ö£ev op&w: Xsfsiv xai rj ttoXic icstodsioa xg Ipfciv lisow/.sv. tjpToXaßsixo7)
FopYo; ©Yjpawoc. Iicsi 5e xö xt)? ttoXem; ap*]f6piov sXaßsv, o'jts xextovac ouxs
Xido^öo'jg outs xoü; SXXoo; 87j[i,toop70ö? sp.'.cj&ucmo, äXXa y.axä tTj? •806071;
TtoXstoc [wadov cot? Sopotpöpoi? IScoxe xas toi; loiotc y^pYjjjLaaiv 'Axpafavtlvoi
uttö 0^p(ovo5 ETDpavveöflTjaav.

Die Geschichten von Phalaris und Theron zeigen, dass die Über-
nahme eines großen Baues geradezu als Mittel galt, sich in Besitz einer
beträchtlichen Summe baren Geldes zu setzen. Das ist für die Beur-
theilung der gleichen Überlieferung bezüglich der Alkmeoniden, wie sie
Aristoteles und Philochoros geben, sachlich bedeutsam. Sprachlich ist
die zweite Erzählung Polyaens zufällig auch deshalb wertvoll, weil sie
die vielfach angefochtenen Worte des aristotelischen Berichtes gegen
unberechtigte Eingriffe schützen hilft. Der Aorist EÖrcöpTjaav, den Kaibel,
Stil und Text der tmX. ;A&. 169 bedenklich fand, ist schon durch v. Wila-
mowitz's Erklärung gesichert, und diese sollte nach dem offenkundigen
Scheitern aller Versuche, die Stelle umzudeuten oder zu ändern, nicht
mehr bezweifelt werden. Aber Blass ist geneigt, yj/r^xd-oyt zu tilgen.
Mit Unrecht, nicht nur weil Polyaen in ähnlichem Zusammenhange es
zuzusetzen gut findet: yyr^&zm kann nicht fehlen, weil es nicht auf
Mittel schlechthin, sondern auf Barmittel ankommt. Die Verbindung
eöjcopelv rcpdg tt hat unnbthigerweise Bedenken erregt. Da man i^ovtsc
tooootoo; TtopoDc jcpo? to 6p.lv jtoXe[iEtv 1 Xen. Anab. II 5, 201 sagt, sollten
für EÖ-opsIv rcpö? xi nicht erst Belege gesucht und 'die in der That
überzeugende Parallelstelle' Aristot. Metaph. 993, 26 idfya yap av s£
aü-wv eujiopfjaatjiiv xi jcpo; ia? oaxspov ajXGpta? beigebracht werden
müssen; Polyaens sö-opsiv ^pö; xa? fuodoSoatas wird allen Zweifeln
ein Ende machen. Überhaupt hat man die Schwierigkeit verkannt,
wenn man sie in jrpo? suchte: wenn irgendwo, so liegt sie in

;) Vgl. die eben ausgeschriebenen Worte des Aristoteles.

°) Der ständige Ausdruck; vgl. die Bauinschrii't aus Lebadea Z. 26, aus Delos
Hermes 17 S. 5 A 12 u. s., Br. Keil Ath. Mitth. 1895, 44.

') Vgl. Hermes 17 S. 5, CIG II 573, CTG Sept. 4255 (Oropos) und die lex
parieti faciendo bei Th. Wiegand, Die Puteolanische Bauinschrift, Jahrb. f. class.
Piniol. Suppl. Bd. XX, 666, 688.

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