Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 134
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sein (wozu er ursprünglich bestimmt wurde), da mit derselben Tansanias'
Namen und Verdienst untrennbar verknüpft waren (Herod, IX 64 v.y.i
vixajv avoupeecat xaXXiOTKjv a-aaswv twv r^si? t8{tev EtauaaviTj? ö KXspfißpö-
too toö 3Äva|av5ptSsw)93). Allerdings schössen sie dabei über das Ziel,
indem die Nennung des Feindes nun überhaupt fortfiel.94) Nach diesem
Gesichtspunkt ist aber auch das Verzeichnis auf der Schlangensäule
angelegt worden; wenn der Herkunft des Anathems gemäß eigentlich
nur die Theilnehmer an der Schlacht von Plataeae in dem Katalog
hätten Platz finden sollen, so trat an Stelle dessen jetzt die Aufzählung
derjenigen, von welchen es heißt totSs röv tc6Xs[J.ov iiroXifieov.

Schon diese durch Fabricius festgestellte Fassung der Überschrift
zeigt, dass sie in ihrer Allgemeinheit die Frage, aus welchem Grunde
die Staaten in das Verzeichnis aufgenommen wurden, nicht bündig
beantwortet, besonders wenn es sich um den einzelnen Fall handelt.
Dass Bauers Ansicht, die Leistung eines Beitrags zur Errichtung des
Denkmals sei für die Aufnahme in die Liste entscheidend gewesen,
nicht zutrifft, haben wir bereits gesehen. Eine andere Erklärung, welche
sich mehr den Worten der Überschrift anschließt, hat A. v. Domaszewski
aufgestellt:95) das Verzeichnis sei die officielle Liste des griechischen
Kriegsbundes gewesen 96) oder das Verzeichnis der griechischen Staaten,
welche sich zu gemeinsamer AbAvehr der Perser verbanden und in den
Schlachten von Salamis und Plataeae ihrem Volke die Freiheit erstritten.9')

-13) Schon Friok hat (a. a. ü. 511. 512) eine ähnliche Ansicht ausgesprochen,
ist aber dann, weil er die Rivalität zwischen Athenern und Spartanern hineinbrachte,
in die Irre gegangen. Vgl. auch Dethier und Mordtmann 26. — Wie die Weihinschrift
auf dem Denkmal von Olympia lautete, wissen wir nicht; dass Pausanias' Wiedergabe
derselben (V 23, 1 avid'Eoav oz cEM.yjvu>v ooos JWo.zw.ö.zvj Sfj.aysaavTo evavxia Mapoo-
viou te xai MyjScdv) ungenau ist, bemerkt Bauer (225) mit Recht. Vielleicht stimmte
das Epigramm mit demjenigen von Delphi überein, was allerdings zur Voraussetzung
hätte, dass die Statue in Olympia später aufgestellt wurde als der Dreifuß.

94) Doch kommt dies in den Aufschriften der Siegesdenkmäler öfter vor, wie
Koepp hervorhebt (Rhein. Mus. 50, 270ff.); vgl. auch Dittenbergcr-Purgold, Die In-
schriften von Olympia Sp. 381, dann Dittenberger Note 3 zur Syll. 30 und Pomtow,
Jahrb. f. cl. Phil. 1896, 609 ff.

!'5) Neue Heidelberger Jahrbücher I 181.

:'r') Diese Ansicht wurde bereits im Alterthum von dem Gewährsmann Plutarchs
im Themistokles c. 20 vertreten, der Themistokles sagen lässt otod^a? wt; Tpiaxovta
xat |ua (idvat 7:6Xs'.q sis'iv a: |j.sT«~/o0ia; toü Jto)vSfi.oo, v.a't toutcuv a; nXetou? Jit/.vraita^t
[uxpat.. Von neueren Kirchhoff, Hermes XI 2. Otfried Müller (Dorier 2 I 179) nahm
das Gleiche für die ihm allein bekannte Liste von Olympia an.

°7) S. 186 ein Verzeichnis jener Staaten, die nach dem Ubergange der Hege-
monie zur See an Athen zum panhellenischen Bunde gehören und am Kriege theil-
genommen haben'.
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