Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 156
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230 ff'., zum Tlieil gleichfalls in Facsimile publicierten, so gut wie voll-
ständig erhaltenen Militärdiplome vom Jahre 149 (CIL III S p. 1986
n. LXI) und vom 1. August 150 und bezieht sich gleichfalls, wie nach
dem Fundort zu erwarten war, auf Auxilien der Provinz Pannonia supe-
rior. Die Ergänzung des nur zum geringeren Theile erhaltenen Diploms
wird dadurch erleichtert, dass wir ein besser erhaltenes haben, das den-
selben Statthalter nennt und sich sehr wohl auf dieselbe Entlassung
bezogen haben kann: das in Raab gefundene und in der Sammlung des
dortigen Bcnedictinergymnasiums befindliche Diplom vom 2. Juli 133,
das zuerst Arch. Ertesitö X. F. 6 (1886) S. 207 ff', und dann CIL III S
p. 1978 n. XLYII publiciert worden ist. Unter der Voraussetzung, dass beide
bei derselben Entlassung angefertigt worden sind — eine Voraussetzung,
die nicht sicher ist, da der Statthalter mehrere Jahre diese Stellung
eingenommen haben kann, aber durch die anscheinend völlige Überein-
stimmung in der Zahl und Reihenfolge der Truppentheile empfohlen wird
—, ergibt sich etwa folgende Herstellung der Vorderseite:

Imp. Caesar divi Traiani Parthici] f., divi
Nervae nepös, Traianus Hadria]nus Aug(ustus)
pont. max., trib. pot. XVII {?), cos. III.] p(ater) p(atriae)
equit(ibus) et peditiibus), qui müitaver(unf) in] alis V et
5 colliortibus) V, guae appcll(antur) (1) I Ulpia contar(iorum miliaria)

et (2) I] Thr(acum) victr(ix)
et (3) i" Cann(cncfaiium) et (4) i" Hisp(anorwri) Arv(acorum) et (5)

III] Aug(usta) Thr(acmn)
et (1) I Ael(ia) Caes. (miliaria) sug(ittariorum) et (2) / Ulpia Pan-

n]on(iorum miliaria) et (3) I
Thrac(um) c(ioium) It(omanorum) et (4) II Alp(i.norum) et(5i) VCaU(ae-

coruni) Liic]ens(iuni) et sunt
in Pannonia superiore sub1) Cornelia] Procnlo
10 quinis et vicenis pluribusve stipen\d(is) emeritis
dimissis honesta missione, quo\rum nominia)
subscripta sunt, i2)sis liberis post]erisq{ue) eorum
civitatem dedit et conubium cum uxo]rib(iis), quas
tunc hubuissent, cum est civitas] iis data,
15 aut, si qui caelibes essent, cum iis q]uas [postea
duxissent dumtaxat singuli singulas]

') Im Ertesitl wie im CIL ist sub] P. Corneüo Proculo gelosen worden, aber
es hat bereits Dr. Bitterling vermutliet, dass das vorausgesetzte P der Rest von B
sein werde, da in allen Diplomen seit der letzten Zeit Trajans der Vorname des
Statthalters fehlt. In der That hat, wie oben S. 19 angegeben, die von mir gesehene
Bronze die obere Hälfte eines B, wie auch in dem trefflichen Pascimile dieses Stückes
im Ertesitö S. 209 zu erkennen ist.
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