Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 171
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Zur philosophischen Inschrift von Oinoandu,

Jetzt, da das Epikureerbuch auf Stein in der ihm vornehmlich durch
lleberdey's und Kalinka's mühevolle und erfolgreiche Arbeit vervoll-
ständigten und verbesserten Gestalt vor uns liegt i Bulletin de corres-
pondance hellenique XXI 345—4431), ergeben sich manche kleine Nach-
träge wie von selbst, von denen ich einige hier verzeichnen will.

S. 403, 59 col. III lässt sich die Zeile 11 vorhandene Lücke, ich
glaube mit unbedingter Sicherheit, durch das Wort [lupa ergänzen. Die
Verbindung xat ßaXaveija y.ai [j.'j,oa] zai aXs*l[[i,jiaTijt ist keineswegs tauto-
logisch. Denn die Parfüms können neben den Oeleii und sonstigen
Salbemitteln sehr wohl genannt werden, wenngleich häufig beides als
wohlriechendes Oel oder Salbe zusammengefasst wird. Man vergleiche
die genau zutreffende Parallele bei Dio or. 78 § 41 (II 218, 27 f.
Arnim): oux 1% Q-pü^zzod-ai Xöuipoi? ze xai aXst[ijxaat xat |i6po'{.

S. 407, 61 col. I ist 8 f. augenscheinlich irr] jra[povxa]s ivtaöda zu
schreiben und als Apposition zu &txot xadn][iivou<: v^a; zu verstehen.
Die Wortabtheilung irajpövxac entspricht dem in der Inschrift durchaus
beobachteten Princip der Silbentheilung und kehrt beispielsweise wieder
S. 369 (21 col. II Z. 2 f.): xai Jta|p6vtcüv und S. 399 (57 Z. 5 ff.): 5ia
Tfj[c | Y]patprjc xadarcsp z[a|p]a>v Xrfio taöia —, wo mich der Gedanke und
Ausdruck ganz und gar an unsere Stelle erinnert. Ebd. 56 col. I kann
in den verstümmelten Kesten Z. 11 f. doch kaum etwas anderes ent-
halten sein als IfsTfJsvijto vt] Ai|[a, wenngleich der Zusammenhang, in
dem diese Worte auftraten, kaum mehr zu ergründen ist.

1) Es sei bei dieser Gelegenheit bemerkt, dass die leiden Verfasser, da sie
durch äußere Umstände verhindert waren, die Correctur jenes Aufsatzes selbst zu
besorgen, eine Anzahl von Zusätzen und Verbesserungen, deren Aufnahme erwünscht
gewesen wäre, nicht nachtragen konnten. D. Red.
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