Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 174
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Angegeben ist er anscheinend auf einer in Vogclperspcctive gehaltenen
Planskizze der Gegend von Hainburg bis Petronell, welche zur Zeit des
siebenjährigen Krieges ein in Hainburg internierter preußischer Oberst von
Below aufnahm. Diese Planskizze, welche ich der von Kubitschek im
Artikel Carnuntum der Paulyschen Realencyclopaedie nachgewiesenen
Handschrift der königl. Bibliothek zu Berlin entnehme (Abb. 2), zeigt
auch unterhalb wenig nordöstlich „am Stein" die schmälste Donaustelle,
wahrend thalabwärts wie aufwärts Inseln den Strom verbreitern. Unter
dem Schutze des Castells war hier über den Strom eine Brücke geschlagen,
deren nördlichen Kopf am linken Donauufer die Ruine „ödes Schloss"

Abb. 1.

bezeichnet, und hier befand sich der für Carnuntum bezeugte Ankerplatz
der Donauflotille; denn die Strombucht westlich des erwähnten Kalk-
sporens, in welche der Altenburgcr Bach einmündet, nach Ost, West
und Süd von Anhöhen, nördlich vielleicht durch eine Auinsel gedeckt,
war in jedem Betracht die natürliche, einzig geeignete Stelle des
Hafens.

Von den im Süden des Lagers bis jetzt bekannten zwei Thürmen
ist der mächtigste derjenige im Mattleacker (Abb. 1) gelegen an der
Straße, welche die Porta decumana gestreift haben dürfte. Ein zweiter
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