Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 183
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eines Dirhems aus der Zeit des Chalifen el-Mu'tadhid billäh 279—289
der Hedschra = 892—902 n. Chr.4«)

Abb. 4.

Lagennauer.

Der nordwärts von der porta dextra gelegene Zug der Lager-
mauer ist fast nur in den Fundamenten erhalten. Ihre Construction
ist gleich wie beim Thore: innen massives Gusswerk, außen Kand-

4") Die Inschrift

lillähi | Muhammed | [el] M[u]tadMd billähi \ lä scharika lahu
Für Gott! Muhammed. el Mutadhid billäh. Er hat keinen Genossen.

ist in Z. 3 und 4 sehr corrumpiert und trägt überhaupt den Charakter fehlerhafter
und unkundiger Wiedergabe des Glaubenssymbolums, welches über beide Seiten des
Originals lief, das dem Graveur dieses Modells vorlag: „Es ist kein Gott außer Gott
dem Einen, er hat keinen Genossen. Muhammed ist der Gesandte Gottes". Der Schmuck,
zu dessen Ausführung die Gussform verwendet werden sollte, ist vielleicht am ehesten
für ein Pferdegeschirr berechnet gewesen. Sein Stil und seine Provenienz mögen auf
die Zeit der Raubzüge hinweisen, durch die die Ungarn, nachdem sie von Arpad in
die Theissgegenden geführt worden waren, der Schrecken der deutschen Grenzländer
geworden sind (vgl. Wiener Numism. Zeitschr. 1870 II 252 ff.). KARABACEK.
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