Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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wände von größeren schichtrecht zugerichteten Steinen (Taf. I, Fig. 3).
Wie das Aufgehende der Wallmauer aussah, kann man an zwei Trüm-
mern, die südwärts des Ostthores als Theile der Courtine erhalten sind,
ersehen (Taf. II, Fig. 2 rechts vom Südthurmfundament II; Abb. 4 u. 5).

Der eine Block ist durch Sprengungen5) beim Baue der mo-
dernen Straße aus seiner Fundamentgrube gehoben, mit hochkant
gestelltem Sockel aufrecht geblieben, der andere umgestürzt, so dass
beide die Sockelunterflächen dem Beschauer zukehren. Sie sind bis auf
geringe Spuren der Fundamentgussplatte, auf welcher sie ruhten, voll-
ständig eben. In Taf. II, Fig. 2 und 2 a ist die Lage der beiden
Trümmer zu ihrer Fundamentgrube wiedergegeben, ebenso im Grundriss

Abb. 5.

Taf. 1, Fig. 1. Aus Abb. 4 ersieht man, dass die Verkleidsteine des
Sockels kleiner und roher, die des Aufgehenden in manchen der 12

5) Da das römische Gussmauerwerk fest wie Nagelflue war, gieng bei der Sprengung
der Mauerklotz nicht in Trümmer, sondern nur die nächste Umgebung der Mine d. i.
die Fundamentgussplatte und Theile vom Sockel, während der Mauerblock selbst sich
nur im schiefen Winkel zu seiner ehemaligen horizontalen Lage aufstellte. Dass dieses
gewaltige Bruchstück nur durch eine Sprengmine und nicht durch Brechmaschinen
aus dem Grunde gehoben worden sein kann, wird deutlich bei einem Vergleiche mit
einem gleich placierten Sprengblocke eines Thurmes der von Turenne geschleiften
Engelburg bei Thann in den Vogesen.
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