Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 185
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Scharen fast ziegeiförmig für die Schichtung hergerichtet sind, und dass
alles satt in Mörtel gelegt ist.

Abb. 5 lässt den 15—20 cm betragenden Vorsprung des Sockels
sowie die Trennung der Richtsteinverkleidung von der Gusswerkfüllung
deutlicher erkennen. Das Füllsel quillt aus der sich augenfällig abhe-
benden Blendung als compacte Masse hervor.

Die Sockelhöhe der Fundamente schwankt behufs Erzielung gleichen
Horizonts zwischen 30, 60 und mehr Centimetern, je nach der Höhen-
lage des Terrains. Noch erheblicher variiert nach Verschiedenheit
des Untergrundes die Tiefe der Fundierung, sowie die Höhe und Breite
der Mörtelplatten.

Die Fundierungstiefe beträgt meist 2 m und wächst stellenweise bis zu
3*8 m, die Gussgrundplatte ist bald l*3w bald 2-5 m breit und 50 bis 70 cm
mächtig, dementsprechend wechselt auch die Stärke des daraufstehenden
Fundierungssockels. Die Fundamentgussplatte, in deren Mörtel grobes
Kiesgerölle verwendet ist, ist auf zwei- bis dreifache Stückung von
unbehauenen großen, bisweilen hochkant gestellten Bruchsteinen auf-
gebracht. Das Gestein der Mauerungen stammt durchwegs aus der
Umgebung und setzt sich aus den verschiedensten Arten zusammen; so
am abgebildeten Mauerblock (Abb. 4) aus Granit, Quarzitschiefer, Devon-
und Leithakalken, rothem und gelbem Sandstein.

Die Fundamentgruben sind in den gewachsenen Boden des Plateau-
abhanges eingeschnitten. Derselbe ist als Baugrund von schlechter
Beschaffenheit: fetter Lettenboden stellenweise von Kies und Sandnestern
durchschossen. Sickerwasser unterwusch den Letten, die Schotter- und
Sandeinlagen bewegten sich und damit wich mit der Zeit die Fundierung
dem Drucke der Wallschuttmassen oder der Wallanschüttung, falls eine
solche anzunehmen ist. Ganze Strecken der Fundamentmauerung zeigen
heute eine beträchtliche Überneigung von wechselndem Winkel und durch
Vormarschieren verursachte Ausbauchungen (vgl. Taf. I, Fig. 4 nach
Aufnahme des Herrn Lieutenants Baumann\ Durch die Neigung musste
die Obermauer, so weit sie nach der Zerstörung durch die Barbaren
noch aufgehend geblieben, derart aus dem Lote gerathen, dass sie in
den Wallgraben stürzte. Thatsächlich fand sich ein Theil derselben im
Graben als Schutt, untermischt mit Werkstücken der Mauerkrone: Zinnen-
und Gesimsplatten, Bossenquadern und anderen profilierten Steinen nicht
erkennbarer Verwendung.

Die sieben aus dem Wallgraben und Thurm I geförderten Bossage-
quadern aus Lcithakalk sind in ihren Abmessungen durchaus ungleich,
die bossierten Flächen messen 25 X 55, 26 X 46, 27 X 38, 28 X 56,
29 X 44, 30 X 47, 31 X 48 cm. Der Saumschlag ist nicht correct parallel-
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