Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Die Wallmauer selbst ist in der Umgebung des Thurmes auf
doppelte Weise verstärkt; einmal, indem sie im Scheitel der Bastion
auf l*15w anwächst und erst in einer Entfernung von ll-58m links und
16m rechts auf die Normalstärke von 90cm abfällt; sodann durch
Risalite, die in Absicht auf die Stärke der Mauer in verschiedenen
Abständen angebracht sind, das linksseitige 4-15m, das rechtsseitige
15-5m vom Thurme entfernt. Die den Thurmflanken zugekehrten Seiten
der Eisalite sind um 20 cm länger, als die abstehenden (60:80 beim
einen, 100:80 beim zweiten Risalit). Die Breite beider beträgt tiber-
einstimmend Im. Hervorzuheben ist, dass die dem Thurme zugekehrte

Abb. 8.

Seite des stidwärtigen Risalits nicht in scharfem, sondern in eingerundetem
Winkel an die Mauerflucht ansetzt, indem die Binder der Pfeilerverkleidung
schräg in die Blendung der Rücklage eingreifen. Die ganze Anlage,
namentlich die starke Fundierung des Thurmes, war auf Sicherung der
auf dem abschüssigen Rutschterrain besonders gefährdeten Standfestigkeit
berechnet. Thatsächlich rutschte im Laufe der Zeit infolge der Unter-
waschung die Wallmauer vor, soweit es der vorliegende Schutt der bereits
gestürzten Obermauertheile erlaubte, bis die sich anhäufende Trümmer-
masse dem gänzlichen Umstürze Einhalt that. Damit verloren auch die
Thurmflanken ihre Stütze und rissen in der Folge mitten entzwei. (Abb. 8
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