Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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und 9.) Die vorderen Hälften giengen der Umfassungsmauer nach und
schoben den ihnen vorliegenden Theil derselben in deutlicher Bauchung
aus der Richtung der Mauerflucht heraus (Taf. I, Fig. 4; Abb. 9). Die
abgerissene Hälfte der südseitigen Thurmflanke gieng um 26 cm, die der
nordseitigen um 30 cm in der Fluchtrichtung, aber auch seitlich um 20««
vor (Abb. 8). Die zwischen Wall- und Thurmmauern klaffenden Lücken
sind mit Frde gefüllt, ein Beweis, dass die Rutschung dieser Theile, die
nicht mit einander gebunden waren, nicht im Zusammenhang vor sich
gieng.

Abb. 9.

Die rückseitige Thurmhälfte blieb unversehrt aufrecht und bietet
nun einen Einblick in das Uberaus starke Gefüge des Mauerwerks. Zur
Verwendung kam das beste Gestein der Umgegend, Leithakalk aus den
Brüchen des Hundsheimer-, Pfaffen- und Kirchenberges. Thatßächlich
fanden sich zwischen Deutsch-Altenburg und dem Fuße des Pfaft'enbcrges
(Taf. II, Fig. 2a) zahlreiche Abfälle von Steinzurichtung, welche mit
dem im Lager und im Castcll am Stein verwendeten Material überein-
stimmen; vgl. Dr. Leo Burgerstein, Geologische Studie über die Therme
von Deutsch-Altenburg S. 6 f.

Die Unterkellerung des Thurmes ist durch Schutt ausgefüllt, in dem

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