Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

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Wallanschüttung vorhanden war und zur Sicherung derselben diente.
Stellenweise Brandspuren im Gesteine machen es indes wahrscheinlicher,
dass diese Trockenmauern, wie gleichartige in obergermanisch-rätischen
Limescastellen, als Unterbau für Holzconstructionen, Balkenwände,
Stiegenaufgänge oder Einbauten für Geschützgerüste dienten. Im Lager
Carnuntum wie anderwärts scheinen sie besonders in der Nähe von
Eckabrundungen und Thoren aufzutreten.

Abb. 11.

Ganz an die Wallmauer angeschmiegt, mit Benützung derselben
als Vorderwand sind die Walleinbauten. Der Rest eines solchen Einbaues
mit einem Hypocaustum hat sich am Steilrande des Donauufers erhalten,
da wo die im Winkel abbiegende Mauerflucht in der Folge von den Wellen
des Stromes weggespült wurde (Taf. I, Fig. 1 W8 und Fig. 5; Abb. 11).
Vor der Mauerung stehen nur Stümpfe der' Grundmauern in Bruchstein-
scharen von je 15 cm Höhe. Vom Aufgehenden sieht man im Schutt
noch Bruchsteine, Mörtelbrocken, geriefte Ziegel und braunroth gemalten
Verputz. Der mit der Wallmauer parallele Best der Grundmauer ist
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