Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 20.1897

Seite: 203
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stark gegen die Durchlochung zu auf 1 mm fällt. Möglich, dass das
Geschoss au der am stärksten ausgeglühten Zone mit brennendem Werg
umwickelt und vermittelst einer Stabschleuder, die in das centrale Loch
eingriff, gegen den Feind gesendet wurde.

Schleuderkugeln aus Stein (Abb. 14 und 15) kamen zugleich
mit thönernen Geschossen zum Vorschein und zwar sowohl kleinere für
Handschleudern (Abb. 14), als auch größere für Bailisten (Abb. 15).
Letztere bestehen zumeist aus Nulliporenkalk und Kalksandstein vom
Kirchenberg.

Die Durchmesser variieren zwischen 13:9 und 15:12c»?. Die
Steinkugeln sind also wie die aus Thon sphäroidal gebildet, weisen
aber zuweilen eine oder zwei beinahe ebene Flächen auf. Vollkommen
sphäroidale Form zeigen die Handschleuderkngeln; die Fig. 17 abgebildete
wurde mit anderen Geschossen im Walleinbau vor der Nordosteck-
rundung zutage gefördert. Sie misst 1cm in der langen und wenig
über 4cm in der kurzen Dimension. Das Material ist Granulit11), ein
der Carnuntiner Gegend gänzlich fremdes, also wohl aus dem Donau-
geschiebe herrührendes Gestein.

14) Herr Dr. John von Johnsberg, Vorstand des ehem. Laboratoriums der k. k.
geologischen Reichsanstalt, untersuchte das Kugelmaterial, wofür ich mir an dieser
Stelle besonderen Dank zum Ausdruck zu bringen erlaube.
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